{"id":2889,"date":"2015-12-14T03:05:00","date_gmt":"2015-12-14T02:05:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hauptsachebizeps.de\/SoS\/?p=2889"},"modified":"2016-01-15T19:00:45","modified_gmt":"2016-01-15T18:00:45","slug":"gerhard-pichler-the-ladder-interview","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/2015\/12\/14\/gerhard-pichler-the-ladder-interview\/","title":{"rendered":"Gerhard Pichler (The Ladder) &#8211; Interview"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/Pich.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-2895\" src=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/Pich.jpg\" alt=\"Pich\" width=\"237\" height=\"300\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Sounds of South:<\/strong> Wie kommt ein \u00f6sterreichischer Gitarrist in eine britische Rockband?<br \/>\n<strong>Gerhard:<\/strong> Wenn ich es f\u00fcr mich selbst erkl\u00e4re liegt es einerseits daran, dass ich schon im Alter von acht Jahren Mitte der Siebziger f\u00fcr eine sehr lange Zeit ein Riesenfan von der britischen Glam-Rock Band The Sweet war, und andererseits an jenem bestimmten Gig, den ich 1986 in der Wiener Stadthalle erlebt hatte. Damals waren FM der Opener f\u00fcr Gary Moore, und von dem war ich ja in den Achtzigern extrem begeistert. Ich kannte damals FM \u00fcberhaupt nicht, und so gesehen war ich h\u00f6chst positiv \u00fcberrascht als sie mit &#8222;That Girl&#8220; vom &#8222;Indiscreet&#8220;-Album loslegten. Als dann noch Steve Overland sein Gesangsorgan zum Einsatz brachte, war es definitiv um mich geschehen. Selten zuvor (au\u00dfer Steve Perry von Journey) hatte mich ein S\u00e4nger mit seinem Gesangsstil derma\u00dfen ber\u00fchrt! Daraufhin ging nat\u00fcrlich das Kaufen s\u00e4mtlicher FM-Platten in den folgenden Jahren los, da mich einerseits die Musik sehr ansprach und andererseits immer wieder vor allem Steves Stimme. So hat mich sein gef\u00fchlvolles &#8218;von der Seele&#8216; singen \u00fcber die letzten 20 Jahre ewig gefesselt, und daraus resultierend auch mein Plan, eine m\u00f6gliche Zusammenarbeit irgendwann mal auf die Reihe zu bekommen. Und dann schlussendlich sicherlich noch meine extreme Unnachgiebigkeit, verbunden mit einer gewissen Starrk\u00f6pfigkeit in bestimmten Dingen seit meiner Kindheit an. Eine Rockband in \u00d6sterreich ernsthaft zu betreiben, hatte ich mir sowieso schon seit langer Zeit abgeschminkt.<br \/>\n<strong>Sounds of South:<\/strong> Erz\u00e4hl uns bitte ein wenig \u00fcber deinen bisherigen musikalischen Werdegang.<br \/>\n<strong>Gerhard:<\/strong> Begonnen hat es eigentlich im Kindesalter, wie bei vielen anderen Musikern auch, denke ich mal, und ein entscheidender Moment war dann sicherlich 1980, als ich einen Freund AC\/DCs &#8222;Hells Bells&#8220; auf einer E-Gitarre spielen sah und h\u00f6rte. Dieses Riff auf nur zwei Saiten im Verbund mit einem verzerrten Sound klang so riesengro\u00df &#8211; unfassbar! Danach folgten zwei Jahre Roadie bei einer (damals) sehr erfolgreichen \u00f6sterreichischen Rockband, wo ich auch die ersten Blicke hinter die Kulissen machten durfte. Danach, 1982, die erste eigene E-Gitarre, und die n\u00e4chsten Jahre bis 1988 waren mal mit \u00dcben im eigenen Zimmer angesagt. Im Februar 1988 habe ich dann mit einem befreundeten Schlagzeuger meine erste Band Charity gegr\u00fcndet, und 1992 dann die erste eigene CD mit vier Songs aufgenommen. Schon damals tr\u00e4umten wir immer von einem S\u00e4nger mit der Qualit\u00e4t eines Steve Overlands, da unsere Songs ebenfalls sehr melodisch angelegt waren. Im August 1992 traf ich dann den \u00f6sterreichischen Erfolgsproduzenten Peter Wolf (Starship, Heart, Commodores, &#8230;) in seinem eigenen Studio in der N\u00e4he von Los Angeles, und der hat mir dort in ein paar Stunden so richtig die Leviten gelesen, wie ich es auch ehrlich gesucht und gebraucht hatte. Mehr oder weniger hat er mir das best\u00e4tigt, woran ich immer geglaubt bzw. wie ich es intuitiv gesp\u00fcrt hatte, nur musste ich es von einer Respektsperson wie ihm pers\u00f6nlich h\u00f6ren. Seine Prognose betreffend meiner n\u00e4chsten darauf folgenden Jahre hat sich in der Praxis auch als zu 100%ig richtig herausgestellt, und daf\u00fcr bin ich ihm noch heute unendlich dankbar! Ich bin danach also wieder zur\u00fcck nach Wien, habe wenige Monate sp\u00e4ter meinen damaligen Job und die Band gek\u00fcndigt und im April 1993 einfach mit einem Koffer in der einen und meiner Gitarre in der anderen Hand ab in den Flieger nach L.A, dem Mekka der Rockmusik, wie ich damals dachte&#8230; .<br \/>\nDie n\u00e4chsten Monate waren dann weniger von Erfolg gekr\u00f6nt, da die Grunge-Welle mit Nirvana &amp; Co. voll losgebrochen war, und ich mit meinem melodi\u00f6sen Rock mehr oder weniger alleine dastand. Also nach ein paar Monaten wieder retour nach Wien, und erw\u00e4hnenswert w\u00e4re noch meine schicksalhafte Begegnung mit der britischen Rockproduzenten-Legende Andy Johns<br \/>\n(Led Zeppelin, Rolling Stones, Van Halen, Joe Satriani, Autograph,&#8230;) im Jahre 1996: Andy hatte mich damals zu sich nach Hause in seine Mansion auf dem Mullholland Drive in L.A. eingeladen (wie es dazu kam ist eine andere l\u00e4ngere Geschichte), aber da war er wieder, mein &#8218;Sturkopf&#8216; \ud83d\ude42 Auch er war extrem hilfreich in rein mentaler Hinsicht, und hat mich sehr best\u00e4rkt, meinen pers\u00f6nlichen Weg weiterzugehen. Im Anschluss daran galt es von Wien aus wieder einen neuen Plan Richtung USA zu schmieden. Im J\u00e4nner 1999 unternahm ich dann meinen zweiten Versuch in Angriff, diesmal jedoch mit Ziel New York. Daraus sind dann letztendlich ziemlich genau vier Jahre geworden, und neben den f\u00fcnf Alben, die ich mit S\u00e4nger Ted Poley (Danger Danger) gemacht habe, hatte ich endlich die M\u00f6glichkeit, vielen von meinen &#8218;Heroes&#8216; pers\u00f6nlich gegen\u00fcberzustehen (bzw. mit ihnen in weiterer Folge auch zu arbeiten), die ich schon ewig auf meiner speziellen &#8218;Liste&#8216; hatte. Besonders herauszuheben w\u00e4re f\u00fcr mich die Zusammenarbeit mit Drummer Jonathan Mover (Alice Cooper, Joe Satriani, GTR, Fuel, Shakira,&#8230;), woraus sich auch in weiterer Folge bis zum heutigen Tag eine sehr nette Freundschaft entwickelt hat. Ein Vollprofi auf jeden Fall, wie ich selten einen erlebt habe! Nach den f\u00fcnf Alben mit Ted war es jedoch an der Zeit, eine neue Richtung einzuschlagen, und somit bin ich schlussendlich auch aus unserem gemeinsamen Projekt Melodica\/ Poley-Pichler ausgestiegen.<br \/>\n<strong>Sounds of South:<\/strong> Ich hatte leider keine Songwriter-Credits auf meiner Promo. Wer hat die Tracks auf &#8222;Sacred&#8220; geschrieben? Wie ist das Einspielen der St\u00fccke verlaufen? Erz\u00e4hl mal bitte aus dem N\u00e4hk\u00e4stchen.<br \/>\n<strong>Gerhard:<\/strong> Die Sache war eigentlich die, dass ich nach meiner R\u00fcckkehr aus den USA in einem Mastering-Studio als Techniker zu arbeiten begann, und dadurch sehr viel mit jungen Bands zu tun hatte, die mehrheitlich in die Modern- bzw. Alternativ Rock-Richtung tendier(t)en. Somit bekam ich durch diese (neue) T\u00e4tigkeit einen frischen Zugang zu dieser Art von Rockmusik, und das hat sich auch in weiterer Folge auf meinen Stil bzw. Art beim Komponieren ausgewirkt. Weiterhin klassische, melodische Songs, jedoch mit einer anderen Art Gitarren zu spielen, im Verbund mit neuen, zeitgem\u00e4\u00dfen Arrangements. So hatte ich nach einiger Zeit bald mehrere Songs f\u00fcr ein Album fertig, und mein erkl\u00e4rter Plan nach der R\u00fcckkehr aus Amerika war ganz klar, aufgrund meiner musikalischen Wurzeln eine Platte in England zu machen. Als m\u00f6glicher S\u00e4nger f\u00fcr dieses Unterfangen kam f\u00fcr mich dann nur mehr ein einziger in Frage, der nat\u00fcrlich Steve Overland war! Ich hatte zuvor, im Jahre 2000, das &#8222;Snakebites &#8211; A Tribute To Whitesnake&#8220;-Album geh\u00f6rt, auf dem Steve ja mehrere Songs interpretiert. Darunter unter anderem auch &#8222;The Deeper The Love&#8220;, der schon immer einer meiner Lieblingssongs von Whitesnake war. Beim Anh\u00f6ren von speziell diesem Song kam wiedermal das klassische G\u00e4nsehaut-Feeling, wie seinerzeit bei FM, und mein Plan nahm damals schon konkretere Formen an. Ich habe dann zu Beginn des Jahres 2004 Andrew McNeice von Melodicrock.com kontaktiert, um einen m\u00f6glichen Kontakt zu Steve herzustellen. Andrew war schon immer ein sehr hilfreicher Wegbegleiter f\u00fcr mich in den letzten 10 Jahren, und auch in dieser Angelegenheit war er wiederum sehr verl\u00e4sslich. Er hat mein Mail mit der Anfrage an Khalil Turk von Escape Music weitergeleitet, und dadurch bekam ich die M\u00f6glichkeit, meine Songs Steve vorzustellen. Ungef\u00e4hr ein Monat danach kam der Anruf von Khalil, der mir mitteilte, dass Steve aufgrund meiner Demos interessiert w\u00e4re, mit mir zu arbeiten. Ich habe sofort nach seiner Telefonnummer gefragt, um mit ihm selbst sprechen zu k\u00f6nnen, und schon nach den ersten Minuten im Gespr\u00e4ch war klar, dass wir auf ein und der selben Wellenl\u00e4nge unterwegs waren. Steve war auf der Suche nach einem neuen Songwriting-Partner, um traditionelle Rock-Songs in einem neuen, modernen, zeitgem\u00e4\u00dfen Gewand zu schreiben. Da wurde damals auf einmal sofort aus &#8218;1 + 1 = 2&#8216;. Dass Drummer Pete Jupp mit an Bord war, hat mich dann nat\u00fcrlich umso mehr gefreut! Letztendlich sind von meinen Demos 6 Songs auf dem Album in gemeinsamer Arbeit mit Steve &amp; Pete gelandet, und darauf bin ich schon m\u00e4chtig stolz \ud83d\ude42 Beim Aufnehmen im Studio selbst war eigentlich nichts direkt vorgeschrieben, da ja die Demos schon die Richtung vorgaben und ich auch sehr gut darauf vorbereitet war. Steve kam mit seinem &#8218;musical notebook&#8216; &#8211; ich mit meinem&#8230; Ich musste zwar bestimmte Arrangements teilweise in der entsprechenden Situation neu einlernen, aber mit Steve und Pete als Produzenten war das das reinste Vergn\u00fcgen. Bedingt dadurch, dass wir drei in Summe gl\u00fccklicherweise die gleiche Vorstellung hatten wie unsere Songs klingen sollen\/m\u00fcssen, lief das Ganze auch extrem stressfrei und sehr kreativ ab. Wir haben das Ding auch letztendlich so umgesetzt, wie wir uns das von Anfang an ausgedacht hatten \ud83d\ude42<br \/>\n<strong>Sounds of South:<\/strong> Welche Gitarren spielst du, welche davon am allerliebsten?<br \/>\n<strong>Gerhard:<\/strong> Grunds\u00e4tzlich bin ich der typische Fender Strat-Gitarrist, und erst 10 Jahre nachdem ich mit dem Gitarrespielen begonnen hatte, entdeckte ich den Sound und die Vorz\u00fcge einer Gibson Les Paul. Zwar etwas sp\u00e4t, aber besser als nie \ud83d\ude42 Dann habe ich noch zwei akustische Gitarren von Takamine mit jeweils Stahl- und Nylonsaiten. Mein ganzer Stolz ist jedoch sicher die Strat aus dem Fender Custom-Shop mit der Seriennummer 19 aus einer limitierten Auflage von 30 weltweit. Die kam beim Ladder-Album dann nat\u00fcrlich auch zum Einsatz!<br \/>\n<strong>Sounds of South:<\/strong> Wer ist dein absolutes Vorbild an der Gitarre und warum?<br \/>\n<strong>Gerhard:<\/strong> Fr\u00fcher war es ganz sicher Gary Moore mit seinem melodi\u00f6sen Spiel in den 80ern, und seit den letzen 15 Jahren auf jeden Fall Jeff Beck! Der hat f\u00fcr mich ganz einfach einen unverkennbaren Sound, und spielt drei bis vier T\u00f6ne, die f\u00fcr mich pers\u00f6nlich so gro\u00df klingen, verbunden mit einer musikalischen Aussage, dass mir eigentlich dazu die Worte fehlen&#8230; Ich hatte zweimal die M\u00f6glichkeit, ihn in den USA live zu erleben, und das war zweimal der komplette Wahnsinn! Lustig dabei war, dass die ersten Reihen naturgem\u00e4\u00df offensichtlich Gitarristen waren, die nach irgendwelchen Effekten suchten, nur da war so gut wie nichts&#8230;, der Meister kommt auf die B\u00fchne, geht mit seinem Gitarrenkabel (soweit ich kundig bin) direkt in den Amp, beginnt mit den ersten T\u00f6nen, und es bleibt einem dann ganz einfach nur mehr der Mund offen. Sehr spirituell auf jeden Fall f\u00fcr mich diese Erfahrung im Zusammenhang mit Jeff Beck. Er ist mit seinem Alter Anfang der 60 noch immer so wahnsinnig innovativ und ein Unikat.<br \/>\n<strong>Sounds of South:<\/strong> Wie sieht das perfekte E-Solo eines Gerhard Pichler aus oder wie allgemein?<br \/>\n<strong>Gerhard:<\/strong> Das perfekte Solo ist f\u00fcr mich eines, dass sich erstens dem Song unterordnet (im Zusammenhang mit einer harmonischen Einbindung), und zweitens im besten Fall eines ist, dass die Zuh\u00f6rer nachsingen k\u00f6nnen! Dazu muss man sich meiner Meinung nach selbst sehr gut kennen, damit auch das Ego gut unter Kontrolle ist \ud83d\ude42<br \/>\n<strong>Sounds of South:<\/strong> Was ist Steve Overland f\u00fcr ein Typ?<br \/>\n<strong>Gerhard:<\/strong> Steve (wie auch Pete) sind beide absolute Gentleman und Vollprofis vom Scheitel bis zur Sohle! Noch dazu extrem am Boden geblieben mit einer Nettigkeit, wie ich sie auch von den (wirklichen) Profis in den USA kennen gelernt habe, und das hat mich pers\u00f6nlich auch immer genau so beeindruckt, wie deren musikalisches Talent und Musikalit\u00e4t. Ich habe da anscheinend immer wirklich Gl\u00fcck gehabt und wichtige Menschen f\u00fcr mich getroffen bzw. gefunden, zumindest in der Mehrzahl der F\u00e4lle! Ich kann mich noch genau erinnern, als ich Steve in England nach zwei Jahren hin- und her telefonieren das erste Mal gegen\u00fcbergestanden habe. Einmal von Angesicht zu Angesicht ins Gesicht gel\u00e4chelt, und es war unausgesprochen klar, wie es weitergehen sollte. Mit Pete hat es sich ebenso verhalten.<br \/>\nDazu kommt meiner pers\u00f6nlichen Erfahrung nach immer der Vorteil ins Spiel, dass wenn man mit Profis (wie den beiden z.B.) zusammenarbeitet, die Arbeit selbst ganz einfach wesentlich entspannter und schneller wird bzw. ist. Da gibt es kein ewiges &#8218;Herumges\u00fclze&#8216; mehr, sondern man kann sich sofort auf das Wesentliche, worum es eigentlich geht, konzentrieren &#8211; n\u00e4mlich das Musizieren in Verbund mit dem Song. Wenn man Musik nur zum Spa\u00df betreibt, ist das etwas ganz anderes, nur das muss man auch dann dort einordnen wo es hingeh\u00f6rt. Steve selbst ist ja sehr darauf bedacht, mit wem er zusammenarbeitet und mit welchen Leuten er sich umgibt, und so gesehen bin ich sehr stolz, dass es zu dieser Zusammenarbeit gekommen ist.<br \/>\n<strong>Sounds of South:<\/strong> Hat das Vorg\u00e4nger-Album &#8222;Future Miracles&#8220; irgendeinen Einfluss auf das Nachfolgewerk gehabt, oder wurde strikt nach vorne geblickt?<br \/>\n<strong>Gerhard:<\/strong> Eigentlich gar nicht, da ja Steve und ich von Beginn an \u00fcbereinstimmten, etwas auf die Beine zu bekommen, das halt ja nicht nach 1986 klingt, bzw. war genau das die Grundvoraussetzung, wieso es \u00fcberhaupt zu unserer gemeinsamen Zusammenarbeit gekommen ist.<br \/>\nDer Blick geht strikt nach vorne, ohne dabei nat\u00fcrlich zu vergessen, woher man eigentlich kommt. Die Wurzeln zu verleugnen, w\u00e4re meiner Meinung nach der falsche Ansatz. Die Idee ist ja wie gesagt (und auch weiterhin), dass man hergeht und traditionelles klassisches Rock-Songwriting neu interpretiert. Dazu geh\u00f6ren nat\u00fcrlich Trademarks wie Steves Stimme, die sich musikalisch in einem bestimmten Register bewegen muss, und nicht eine Oktave z.B. tiefer, nur weil es gerade modern ist. Das h\u00e4tte \u00fcberhaupt nicht funktioniert und auch gar nicht ins Konzept gepasst. Des weiteren das Integrieren von Loops, zeitgem\u00e4\u00dfe Synth-Sounds, wie auch eine moderne Art Gitarre zu spielen. Ich habe mich da teilweise selbst im Studio sehr stark konzentrieren m\u00fcssen, um nicht in alte Gewohnheiten aus den 80ern zur\u00fcckzufallen. Aber letztendlich hat es sehr gut geklappt, und ich kann mich auch selbst auf der Platte mit meiner Art Gitarre zu spielen h\u00f6ren, so wie ich es gewohnt bin. Bei den Situationen im Studio, wo mir gelegentlich ein kleiner &#8218;Ausrutscher&#8216; in Richtung 80er passiert ist, habe ich umgehend darauf bestanden, einen neuen Take zu spielen \ud83d\ude42<br \/>\n<strong>Sounds of South:<\/strong> Hat mein Review von &#8222;Sacred&#8220; einigerma\u00dfen gepasst?<br \/>\n<strong>Gerhard:<\/strong> F\u00fcr mich pers\u00f6nlich auf jeden Fall, da Steve meiner Meinung nach eine Stimme besitzt, die auf jeden Fall polarisiert. Aber das ist meiner Meinung nach bei allen Menschen so, die sich aus der breiten Masse rausheben bzw. diesen Anspruch erheben, unabh\u00e4ngig davon was man im Leben macht. Ich kenne keinen erfolgreichen Act, der nicht polarisiert! Lieber polarisieren, als in der breiten Masse untergehen, wo es sowieso niemanden interessiert, das ist meine pers\u00f6nliche \u00dcberzeugung diesbez\u00fcglich! Wenn es von einem selbst, aus dem Innersten herauskommt und nicht unglaubw\u00fcrdig inszeniert ist, ist das f\u00fcr mich sicherlich ein Teil vom Schl\u00fcssel zum Erfolg. Auch fand ich deine Wortwahl im Review h\u00f6chst erfrischend &#8211; vor allem dein Bezug zur Wiener Kaffehauskultur &#8211; da lag ich fast am Boden vor lauter Lachen \ud83d\ude42<br \/>\n<strong>Sounds of South:<\/strong> Welches sind deine pers\u00f6nlichen Favoriten auf dem Album und warum?<br \/>\n<strong>Gerhard:<\/strong> Die pers\u00f6nlichen Favoriten sind wahrscheinlich immer die eigenen Songs bzw. Babies, aber in Summe bin ich mit dem gesamten Album sehr zufrieden, da wir drei ja in Sachen Songwriting sehr eng beisammen liegen. Mich freut es vor allem umso mehr, dass die Leute, die das Album geh\u00f6rt haben, einerseits das Songwriting in Summe betreffend, die Qualit\u00e4t der einzelnen Songs herausheben, und andererseits nennen doch unterschiedliche Leute auch unterschiedliche Songs als ihre pers\u00f6nlichen Favoriten, was f\u00fcr mich pers\u00f6nlich ein guter Indikator ist.<br \/>\n<strong>Sounds of South:<\/strong> Ach so, das w\u00fcrde mich noch interessieren: Warum wurden eigentlich die recht pr\u00e4gnanten Synthies und Drum-Computer eingebaut? War das n\u00f6tig? Ohne h\u00e4tte mir pers\u00f6nlich besser gefallen. Wolltet ihr das so oder die Plattenfirma?<br \/>\n<strong>Gerhard:<\/strong> Die Synth-Sounds und Loops sind auf der Platte bewusst als Stilmittel eingesetzt worden, und Petes Schlagzeugspiel hat wahrscheinlich im Endeffekt ein paar Samples getriggert. Eine Technik, die ja in den letzten 20 Jahre immer wieder oft im Studio wie auch live verwendet wird. Genau kann ich es aber nicht sagen, da ich im Studio beim Mischen nicht anwesend war. Wir bekamen immer die Songs zur Korrektur aus dem Studio, die im Endeffekt solange gemischt wurden, bis wir drei damit zufrieden waren \ud83d\ude42<br \/>\n<strong>Sounds of South:<\/strong> Bleibt The Ladder ein reines Studioprojekt oder gibt es die Aussicht, euch auch mal live (in Deutschland) zu erleben?<br \/>\n<strong>Gerhard:<\/strong> Das wird vom Erfolg des Albums abh\u00e4ngen, und wenn es soweit ist, hoffe ich doch sehr, dass Deutschland mit auf dem Tourplan sein wird!<br \/>\n<strong>Sounds of South:<\/strong> Viele Fans interessiert brennend: Wird es ein Comeback von FM geben, eventuell sogar mit Gerhard Pichler? \u00c4u\u00dfert sich Steve dazu?<br \/>\n<strong>Gerhard:<\/strong> Das war bis jetzt noch \u00fcberhaupt kein Thema, und ich selbst habe es von meiner Seite auch noch nicht angesprochen, da ich vor dem Act FM noch immer immens Respekt habe. Soweit ich wei\u00df, wird Andy Barnett beim Gig im Oktober im Rahmen des FF4 dabei sein. Schade finde ich rein pers\u00f6nlich nur, dass Steves Bruder Chris nicht dabei sein wird, da er den FM-Sound f\u00fcr mich damals sehr mitgepr\u00e4gt hat. Steve selbst hat mich ebenfalls noch nicht darauf angesprochen, obwohl ich nat\u00fcrlich daran interessiert w\u00e4re. Aber grunds\u00e4tzlich liegt das nicht in meinem Ermessen solche Dinge zu entscheiden, bzw. mische ich mich da auch gar nicht pers\u00f6nlich ein. Wie gesagt, das ist f\u00fcr mich viel mehr eine Respektsangelegenheit in Sachen FM!<br \/>\n<strong>Sounds of South:<\/strong> Du deutetest ja bereits an, dass du auch schon in Amerika gewesen bist. Gab es Ber\u00fchrungspunkte mit Nashville? Wie findest du dortige Star-Gitarristen wie Brent Mason, Tom Bukovac, Dann Huff &amp; Co. (Interessiert mich als New-Country-Fan pers\u00f6nlich)?<br \/>\n<strong>Gerhard:<\/strong> Ber\u00fchrungspunkte gab es mit Nashville damals zwar schon, aber mehr bedingt durch meine ehemalige T\u00e4tigkeit als Lehrer. Ich war seinerzeit beruflich zweimal dort, und bekam auch die M\u00f6glichkeit, die gro\u00dfen, ber\u00fchmten Studios zu sehen in denen Mutt Lange wie auch Dann Huff ihre Hits im Country-Bereich produzierten. Wirklich extrem beeindruckend, ohne allzu viele Worte dar\u00fcber zu verlieren!<br \/>\nDie ersten beiden von Dir angef\u00fchrten Gitarristen kenne ich leider nicht, Dann Huff ist aber nat\u00fcrlich kein Unbekannter f\u00fcr mich. Ich habe erst vor kurzem wieder die ersten beiden Giant-Alben f\u00fcr mich entdeckt, und das ist auch heute noch 1A in der obersten Liga meiner Meinung nach! Dann Huff ist halt ein Weltklasse Musiker (Gitarrist wie auch S\u00e4nger) und Produzent. Da braucht man sich einfach nur seine Credits anzugucken. Jetzt hat auch <span style=\"color: #ff0000;\"><a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=Bon+Jovi\">Bon Jovi<\/a><\/span> (soweit ich wei\u00df) auf seiner neuesten <span style=\"color: #ff0000;\"><a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/2015\/12\/14\/bon-jovi-lost-highway-cd-review\/\">Platte<\/a><\/span> Danns Dienste beansprucht, und das sicherlich nicht ohne Grund, da ich Bon Jovi selbst ja f\u00fcr extrem klug halte.<br \/>\n<strong>Sounds of South:<\/strong> Wie beurteilst du die Rockszene in \u00d6sterreich? Gibt es \u00fcberhaupt eine? Wird etwa doch in Wiener Kaffeeh\u00e4usern gerockt und &#8218;M\u00f6rtel&#8216; Lugner macht dann mit seiner Mausi zu gegebener Stunde den Headbanger auf&#8217;m Tisch? :-))<br \/>\n<strong>Gerhard:<\/strong> Ich interessiere mich bis zu einem gewissen Grad daf\u00fcr, was in der &#8218;Szene&#8216; los ist, und da w\u00e4ren meiner Meinung nach schon ein paar gute Formationen dabei. \u00d6sterreich selbst w\u00fcrde ich jedoch nicht als guten nahrhaften Boden f\u00fcr (insbesondere) Rockmusik bezeichnen, deshalb auch vor langer Zeit mein Entschluss, mein Gl\u00fcck im Ausland zu suchen.<br \/>\nHerrn Lugner (mit seiner Mausi) habe ich noch nicht &#8218;headbangtechnisch&#8216; bei einem Gig, im Kaffeehaus oder sonst irgendwo geortet, aber das liegt vielleicht daran, dass ich mich auch weniger in den sogenannten &#8218;Schicki-Micki-Kreisen&#8216; bewege. Ich habe beide nur k\u00fcrzlich erst bei einer Film-Premiere leibhaftig in Aktion erlebt, und das verh\u00e4lt sich dann genauso, wie man es aus dem TV kennt \ud83d\ude42 Das hat dann doch einen sehr authentischen Charakter in der Realit\u00e4t, der meiner Meinung nach gewissen anderen Leuten gut zu Gesicht stehen w\u00fcrde.<br \/>\n<strong>Sounds of South:<\/strong> Was steht demn\u00e4chst auf deiner musikalischen To-Do-Liste?<br \/>\n<strong>Gerhard:<\/strong> Rein mental auf jeden Fall schon die Songs f\u00fcr das n\u00e4chste Ladder-Album, und wir werden auch konsequent den Weg weiterbeschreiten, den wir mit &#8222;Sacred&#8220; begonnen haben. Nebenbei arbeite ich mit zwei, drei anderen Songwritern noch an modernen Pop\/Rock-Songs, die wir in weiterer Folge neuen, jungen K\u00fcnstlern anbieten m\u00f6chten. Also mehr oder weniger die Publishing-Schiene im Music Business, und der Schwerpunkt liegt eindeutig auf dem kommerziellem Songwriting und nicht auf langen komplizierten Arien, ohne jetzt dabei jemandem auf die F\u00fc\u00dfe treten zu wollen \ud83d\ude42<br \/>\n<strong>Sounds of South<\/strong>: Wie gef\u00e4llt dir unser Sounds of South-Magazin?<br \/>\n<strong>Gerhard:<\/strong> Finde ich pers\u00f6nlich echt gut, und vor allem den Wortwitz finde ich sehr erfrischend und originell!<br \/>\n<strong>Sounds of South:<\/strong> Was macht der Privat-Mensch Gerhard Pichler in seiner Freizeit?<br \/>\n<strong>Gerhard:<\/strong> Ich betreibe sehr gerne t\u00e4glich Sport, dann noch viel Lesen, sich mit netten und ausgeglichenen Menschen umgeben, intensiv daran arbeiten f\u00fcr mich selbst als Mensch eine neue spirituelle Ebene zu erreichen. Und dann bin ich (nachdem ich noch keine eigenen Kinder habe) ein begeisteter Onkel \ud83d\ude42<br \/>\nDa kann ich nur Herbert Gr\u00f6nemeyer zitieren mit seinem Song &#8222;Kinder an die Macht!&#8220; Vielen Dank f\u00fcr die Fragen und das Interview!<br \/>\n<strong>Sounds of South:<\/strong> Gern geschehen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sounds of South: Wie kommt ein \u00f6sterreichischer Gitarrist in eine britische Rockband? 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