{"id":2846,"date":"2015-12-14T03:16:00","date_gmt":"2015-12-14T02:16:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hauptsachebizeps.de\/SoS\/?p=2846"},"modified":"2020-07-09T19:44:53","modified_gmt":"2020-07-09T17:44:53","slug":"molly-hatchet-live-in-hamburg-cddvd-review","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/2015\/12\/14\/molly-hatchet-live-in-hamburg-cddvd-review\/","title":{"rendered":"Molly Hatchet &#8211; Live in Hamburg &#8211; CD\/DVD-Review"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/Mol-e1436285907690.jpg\" \/><\/p>\n<p>Ich verfolge den Werdegang Molly Hatchets eigentlich, seit ich 1978 als 15-j\u00e4hriger Spund von einem damaligen Tischtennis-Mannschaftskollegen, der gl\u00fccklicherweise Plattenh\u00e4ndler war, ihre Deb\u00fct-LP in die Hand gedr\u00fcckt bekam. Es war die Zeit als man noch unter dem Schock des Flugzeugabsturzes von <span style=\"color: #ff0000;\"><a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=Lynyrd+Skynyrd\">Lynyrd Skynyrd<\/a><\/span> stand, und nach dem Tode von Ronnie Van Zant kaum eine Vorstellung hatte, wie es mit dem Southern Rock weiter gehen sollte.<br \/>\nUnd da waren sie pl\u00f6tzlich, die Burschen um Dave Hlubek, Duane Roland und Danny Joe Brown, die mit ihrem harten, gradlinigen Southern-Rock soviel Pep in die Szene brachten. Auch der Wechsel zum schwergewichtigen Lead-S\u00e4nger Jimmy Farrar f\u00fcr zwei Alben, tr\u00fcbte die Freude \u00fcberhaupt nicht, Danny Joe Brown kehrte ja im Anschluss wieder zum Line-Up zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Es folgte das tolle Live-Album mit der wohl bis heute unerreichten Fassung von &#8222;Boogie No More&#8220;, das starke &#8222;No Guts\u2026 No Glory&#8220; Album, und die erstmalige Gelegenheit, die Truppe live in Deutschland bewundern zu k\u00f6nnen. Im Kartenverkauf die Tickets besorgt, ab nach D\u00fcsseldorf zur Philipshalle, um dann mit langem Gesicht wieder die Heimreise anzutreten. Gig wegen Erkrankung des S\u00e4ngers der Vorgruppe Blue \u00d6yster Cult abgesagt. Na Klasse! Der Informationsfluss zu jener Zeit war halt noch etwas beh\u00e4biger. Es gab ja noch keine Online-Magazine.<\/p>\n<p>Egal, die Karten behielten ihre G\u00fcltigkeit, und man wurde auch mit einem ganz besonderem Bonbon entsch\u00e4digt. Molly Hatchet spielte mit den <span style=\"color: #ff0000;\"><a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=Outlaws\">Outlaws<\/a><\/span> als Vorgruppe in der Essener Grugahalle. Mein Gott was f\u00fcr ein Erlebnis damals! Klarer knackiger Sound, die furchteinfl\u00f6\u00dfenden Musiker-Pers\u00f6nlichkeiten auf der B\u00fchne, Danny Joe sang sich die Seele aus dem Leib, und nahm auch noch die Gelegenheit wahr, einen Schluck aus der Whiskey-bef\u00fcllten Feldflasche zu nehmen, die auf die B\u00fchne geflogen war. Mann, waren das noch Zeiten!<\/p>\n<p>Sp\u00e4testens als man auf die Schnapsidee kam, sich mit &#8222;The Deed Is Done&#8220; dem Mainstream-orientiertem Sound der Achtziger anzupassen, ein etatm\u00e4\u00dfiger, allerdings keineswegs schlechter Keyboarder mit John Galvin, dazu genommen wurde, begann der schleichende Abstieg der Truppe, was auch das um Schadensbegrenzung bem\u00fchte Werk &#8222;Lightning Strikes Twice&#8220; nicht wirklich verhindern konnte. Mittlerweile war Bobby Ingram, der heutige Mastermind Hatchet&#8217;s, mit an Bord, er hatte ja schon in Bands wie Rum Creek und der Danny Joe Brown Band zusammen mit Danny gewirkt. Danny Joe Brown musste seinem exzessiven Leben so langsam Tribut zollen, Diabetes, Schlaganfall und sein Tod vor einiger Zeit als letzte Konsequenz. Die Band fiel auseinander, ein erbitterter Streit um Namens- und Spielrechte entbrannte.<\/p>\n<p>Der Sieger hie\u00df Bobby Ingram, der pl\u00f6tzlich nur noch mit Galvin Molly Hatchet sein sollte? Unvorstellbar. Doch der zauberte mit seinem neuen Line-Up, S\u00e4nger jetzt der bis dato unbekannte Phil McCormack, mit &#8222;Devil&#8217;s Canyon&#8220; ein Ass aus dem \u00c4rmel, dass s\u00e4mtliche Kritiker verstummen lie\u00df. Beim hochkar\u00e4tig besetzten Lorelei-Festival zu Ehren von Rory Gallagher (u. a. The Band, Nine Below Zero, Lynyrd Skynyrd) stahl man allen die Show. Mein eigentlich einziges Bildmaterial (auf Video-Kassette) bis zum heutigen Tage.<\/p>\n<p>Das Konzert wurde ja wenig sp\u00e4ter im Rockpalast ausgestrahlt, auf dem ich sogar zweimal selbst bei Publikumseinblendungen mit meiner Gattin verewigt bin. Der Nachfolge-Silberling hatte schon so was wie ein Klon-Charakter, dennoch ein solides Werk. Hatchet sah ich diesmal in Dortmund, Vorgruppe die mir nahestehende deutsche Newcomer Band Street Survivors, f\u00fcr deren gleichnamiges St\u00fcck ich den Text beigesteuert hatte. Eine weitere Studio-CD und ihre Live Doppel-CD &#8222;Locked And Loaded&#8220; folgten. Dann in diesem Jahr die Tour, bevor das aktuelle Album fertig wurde, Dave Hlubek wurde als zur\u00fcckgekehrtes Bandmitglied angepriesen.<\/p>\n<p>Der Gig in der Bochumer Zeche, war f\u00fcr mich eine der Entt\u00e4uschungen \u00fcberhaupt. Von Hlubek keine Spur, Galvin fehlte, stattdessen ein unscheinbarer Keyboarder und ein Mitglied der Road Crew als Ersatz. Breiiger, viel zu lauter Sound. Im Prinzip alles nichtsagende Musiker um die beiden Hauptakteure versammelt, die ihr Soloprogramm gnadenlos durchzogen. Der Stimmung in der Location tat es allerdings keinen Abbruch. Die Leute freuten sich einfach, dass die Jungs mal wieder im Westen aufspielten. Geraume Zeit sp\u00e4ter folgte ihr Studioalbum &#8222;Warriors Of The Rainbow Bridge&#8220;, dass recht ordentlich geworden ist, und sich mehr dem Hardrock zuwendet.<\/p>\n<p>Mittlerweile hat Molly Hatchet auch den Sprung ins DVD-Zeitalter \u00fcberstanden. Jetzt liegt mir ihr Live-Dokument aus dem Jahre 2004 vor, aufgenommen bei den Harley-Davidson-Tagen in Hamburg, dass uns SPV dankenswerterweise zur Verf\u00fcgung gestellt hat. Ein Kombiteil, bestehend aus DVD, und f\u00fcr die Autofahrer unter uns, noch eine CD, die allerdings um vier St\u00fccke verk\u00fcrzt ist. Wenn ich ehrlich bin, bin ich auch \u00fcber diese Live-Aufnahme, nicht so richtig gl\u00fccklich.<\/p>\n<p>Das Programm deckt sich im wesentlichen mit dem, was man auf der diesj\u00e4hrigen Tour zu sehen bekommen hat. Einzige Unterschiede, John Galvin ist als Keyboarder an Bord, die zweite Marionette an der Gitarre, gibt diesmal ein gewisser Jake Ruttler ab. Mehr als ein paar Mal die Gitarren mitschwenken war auch f\u00fcr ihn nicht drin, und der hatte wohl dann auch danach den Kaffee auf, und wurde ja durch Jimbo Manion ersetzt.<\/p>\n<p>McCormack \u00fcbert\u00fcncht seine relativ unvariable Stimme geschickt mit seinen Entertainerqualit\u00e4ten, Ingram zieht seine Gitarrenshow ohne Pardon durch. Ich finde so was wenig &#8218;gentlemanlike&#8216;. Meiner Meinung nach bricht er sich keinen Zacken aus der Krone, wenn auch sein anderer Angestellter an der Klampfe angesichts der Vielzahl mal 5 oder 6 Soli vom Leder lassen kann. Da hoffe ich nur, dass durch Dave Hlubek, wenn wir ihn denn noch erleben d\u00fcrfen, f\u00fcr ein anderes Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnis gesorgt wird. Nichts desto trotz ist Bobby nat\u00fcrlich ein Klassegitarrist, und das wei\u00df auch eigentlich mittlerweile jeder.<\/p>\n<p>Die Songs kennt jeder Southern-Fan in- und auswendig; interessant hier vielleicht die Live-Umsetzungen der aktuellen Studio-CD, bei St\u00fccken wie &#8222;Moonlight Dancin&#8216; On A Bayou&#8220;, &#8222;Son Of The South&#8220;, &#8222;The Rainbow Bridge&#8220; (Widmung f\u00fcr Bobbies verstorbene Frau) oder &#8222;Gone In 60 Seconds&#8220;. F\u00fcr mich die H\u00f6hepunkte &#8222;Fall Of The Peacemakers&#8220;, wo Mr. Alleinunterhalter auch mal die Akustikgitarre bedient, dazu der sch\u00f6ne \u00dcbergang zum atmosph\u00e4rischen &#8222;Devil&#8217;s Canyon&#8220;. Der Kracher nat\u00fcrlich &#8222;The Journey&#8220;, bei dem Bobby wie immer seine geniale Fingerfertigkeit ausgiebig beweist. Der Song ist leider auf der CD nicht mit drauf.<\/p>\n<p>Erw\u00e4hnenswert beim Bonusmaterial die Impressionen vom Schaulaufen der Harley-Davidson- Besitzer, wo es jede Menge urige Typen zu bewundern gibt. Das Interview mit Bobby wird in Johnny-Van-Zant-typischer Manier runtergespult. Nichts was dem Southern-Hardliner nicht eh schon bekannt ist, und nat\u00fcrlich alles Friede, Freude Eierkuchen.<\/p>\n<p>Bobby ist mit den meisten Ex-Mitgliedern dick befreundet, ein paar Statements zum Cover-K\u00fcnstler, ein paar Anekd\u00f6tchen aus seinem Tourleben. Interessant eigentlich nur, als die Frage gestellt wird, ob Bobby es sich vorstellen k\u00f6nnte, mal wieder mit drei Gitarristen aufzulaufen. Das wird recht geschickt durch ihn relativiert, indem er konstatiert, dass ein guter Keyboarder wie John Galvin im Prinzip den dritten Mann an den Saiten \u00fcberfl\u00fcssig macht. Naja, mittlerweile hat Molly Hatchet laut eigener Homepage mit Manion und Hlubek zumindest nominal wieder ein Guitar-Trio.<\/p>\n<p>Fazit:\u00a0 &#8222;Live In Hamburg&#8220; ist f\u00fcr den Southern-Sammler allein aus Vollst\u00e4ndigkeitsgr\u00fcnden ein Muss, interessant vielleicht auch f\u00fcr die Liebhaber der j\u00fcngeren Generation, die nicht so ganz mit der Hintergrund-Geschichte der Band vertraut sind, und f\u00fcr Hardrockfans, die nicht abgeneigt sind, sich einen Einblick ins Southern-Genre zu verschaffen.<\/p>\n<p>Ich pers\u00f6nlich h\u00e4tte mir eher ein DVD-Dokument von einem Gig in einem ausverkauften US-Stadion vor enthusiastischen Fans mit einer Gitarrenschlacht wie einst gew\u00fcnscht, statt eine vorhersehbare Vorstellung vor unterk\u00fchltem norddeutschen Publikum. Vielleicht ist man aber auch als Musikkritiker \u00fcber die Jahre angesichts der Vielzahl zu besprechender Ver\u00f6ffentlichungen nur extrem anspruchsvoll geworden. Wer wei\u00df, in der knapp 30-j\u00e4hrigen Geschichte von Molly Hatchet ist so viel passiert, schaun wir mal , was noch so kommt&#8230;<\/p>\n<p><strong>SPV (Steamhammer (2005)<\/strong><br \/>\n<strong> Stil. Southern Rock<\/strong><\/p>\n<p>01. Intro<br \/>\n02. Whiskey Man<br \/>\n03. Bounty Hunter<br \/>\n04. Gator Country<br \/>\n05. Moonlight Dancin&#8216; On A Bayou<br \/>\n06. Fall Of The Peacemakers<br \/>\n07. Devil&#8217;s Canyon<br \/>\n08. Drum Solo<br \/>\n09. Beatin&#8216; The Odds<br \/>\n10. Son Of The South<br \/>\n11. The Creeper<br \/>\n12. The Rainbow Bridge<br \/>\n13. Keyboard Solo<br \/>\n14. Instrumental<br \/>\n15. Guitar Solo<br \/>\n16. Dreams I&#8217;ll Never See<\/p>\n<p><strong>Bonustracks (nur auf DVD):<\/strong><br \/>\n17. The Journey<br \/>\n18. Gone In 60 Seconds<br \/>\n19. Jukin&#8216; City<br \/>\n20. Flirtin&#8216; With Disaster<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.mollyhatchet.com\">Molly Hatchet<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.facebook.com\/pages\/Molly-H-A-T-C-H-E-T\/62112143974\">Molly Hatchet bei Facebook<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.spv.de\">SPV<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.baerchenrecords.de\">B\u00e4rchen Records<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich verfolge den Werdegang Molly Hatchets eigentlich, seit ich 1978 als 15-j\u00e4hriger Spund von einem damaligen Tischtennis-Mannschaftskollegen, der gl\u00fccklicherweise Plattenh\u00e4ndler war, ihre Deb\u00fct-LP in die Hand gedr\u00fcckt bekam. Es war die Zeit als man noch unter dem Schock des Flugzeugabsturzes von Lynyrd Skynyrd stand, und nach dem Tode von Ronnie Van Zant kaum eine Vorstellung &hellip; <a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/2015\/12\/14\/molly-hatchet-live-in-hamburg-cddvd-review\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Molly Hatchet &#8211; Live in Hamburg &#8211; CD\/DVD-Review<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[132,611,672,756,1035],"class_list":["post-2846","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-bobby-ingram","tag-konzert","tag-live-in-hamburg","tag-molly-hatchet","tag-southen-rock"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2846","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2846"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2846\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":44387,"href":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2846\/revisions\/44387"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2846"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2846"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2846"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}