{"id":2805,"date":"2015-12-14T03:23:00","date_gmt":"2015-12-14T02:23:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hauptsachebizeps.de\/SoS\/?p=2805"},"modified":"2020-07-09T19:43:16","modified_gmt":"2020-07-09T17:43:16","slug":"willie-nelson-the-great-divide-cd-review","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/2015\/12\/14\/willie-nelson-the-great-divide-cd-review\/","title":{"rendered":"Willie Nelson &#8211; The Great Divide &#8211; CD-Review"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/Wil-e1436094382805.jpg\" \/><\/p>\n<p>Tja, eigentlich waren die Countrybarden a la Johnny Cash, Merle Haggard, Waylon Jennings und wie sie alle hei\u00dfen, wenn ich ehrlich bin, nie so mein Ding. Gut, irgendwie hat man ihre Konstanz in diesem Gesch\u00e4ft ehrf\u00fcrchtig, aber distanziert bewundert, immerhin gelten sie heute noch als oft angef\u00fchrte Vorbilder f\u00fcr viele Musiker, die ich gerne h\u00f6re. Mehr aber eigentlich auch nicht. Ihre Songs waren mir immer zu staubig, zu trocken, es fehlte der gewisse Pep.<\/p>\n<p>Und pl\u00f6tzlich landet in meinem Player der gute alte Willie Nelson, mit seiner neuen Scheibe &#8222;The Great Divide&#8220;; er ist eine der unbestrittenen Gr\u00f6\u00dfen der Szene, als Schauspieler, Leiter vieler Projekte wie z. B. Farm Aid und nat\u00fcrlich als Musiker auf unz\u00e4hligen Alben, schon zu einer Zeit, wo ich noch mit der Trommel um den Weihnachtsbaum gerannt bin.<\/p>\n<p>Auff\u00e4llig direkt die sch\u00f6ne Digipackaufmachung, wo man viel zu bl\u00e4ttern, lesen und anzugucken hat. Und zu meiner eigenen \u00dcberraschung scheint der kauzige Altstar eine musikalische Frischzellenkur hinter sich zu haben. Er pr\u00e4sentiert jedenfalls eine New-Country-Pop-Rock-Platte auf H\u00f6he der Zeit, nicht zuletzt auch ein Resultat der Idee, viele K\u00fcnstler einzubinden, die momentan up to date sind, sowie mit Matt Serletic einen der angesagten Produzenten zu engagieren.<\/p>\n<p>Ursache daf\u00fcr wahrscheinlich Willies schon immer w\u00e4hrender Hang zu Duetts. Wir erinnern uns beispielsweise noch mit Schaudern an seinen Song &#8222;To All The Girls I&#8217;ve Loved Before&#8220; mit der notgeilen Schmalzlocke, oder im Volksmund auch als Latin-Lover bezeichneten, Julio Iglesias in grauer Vorzeit.<br \/>\nAber keine Angst, auf dieser CD hat er viel Fingerspitzengef\u00fchl mit der Auswahl der Interpreten bewiesen: Country-Music-Awards-Titeltr\u00e4gerin <a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=Lee+Ann+Womack\">Lee Ann<\/a><span style=\"color: #ff0000;\"><a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=Lee+Ann+Womack\">\u00a0Womack<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=Sheryl+Crow\">Sheryl Crow<\/a><\/span>, Bonnie Raitt, Brian McKnight oder <span style=\"color: #ff0000;\"><a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=Kid+Rock\">Kid Rock<\/a><\/span>. Mit Letztgenanntem liefert er auch den H\u00f6hepunkt des Albums. &#8222;Last Stand In Open Country&#8220;, eine Art Country-Metal-Ballade vom Feinsten, wo der gute Pamela Anderson-Bekannte immer wieder dreckig zwischen den Leadgesang von Willie r\u00f6hrt, \u00e4hnlich wie Gregg Allman beim Dickey Betts-Klassiker &#8222;Seven Turns&#8220;.<\/p>\n<p>Sch\u00f6n auch das melodische Midtempoauftaktst\u00fcck &#8222;Maria (Shut Up And Kiss Me)&#8220;, das irgendwie gut gelaunt daherpl\u00e4tschert oder auch die nett gemachte Coverversion des Cyndie Lauper-Megahits &#8222;Time After Time&#8220;. \u00dcberhaupt zeigt sich der bald 69-j\u00e4hrige passionierte Golfspieler in einer ausgelassenen und relaxten Stimmung, der man in ebenso entspannter Weise gerne Folge leistet. Das Werk lohnt sich auf jeden Fall f\u00fcr Leute, die es lieber etwas ruhiger und melodisch haben.<\/p>\n<p>Apropos Golf. Eine am\u00fcsante Vorstellung, den stoppelb\u00e4rtigen Willie mit seinen baumelnden rot geflochtenen Z\u00f6pfen unter dem K\u00e4ppi, in bunt karierten Knickerbockern in einem Flight zum sicheren Schlag aufs Green ausholen zu sehen, w\u00e4hrend die statusgeplagten Herr Rechtsanwalt und Frau Doktor ihren Ball verzweifelt im Geb\u00fcsch suchen&#8230;<\/p>\n<p><strong>Lost Highway Records (2002)<\/strong><br \/>\n<strong> Stil: Country &amp; More<\/strong><\/p>\n<p>01. Maria (Shut Up And Kiss me)<br \/>\n02. Mendocino County Line<br \/>\n03. Last Stand In Open Country<br \/>\n04. Won&#8217;t Catch Me Cryin&#8216;<br \/>\n05. Be There For You<br \/>\n06. The Great Divide<br \/>\n07. Just Dropped In (To See What My Condition Was In)<br \/>\n08. This Face<br \/>\n09. Don&#8217;t Fade Away<br \/>\n10. Time After Time<br \/>\n11. Recollection Phoenix<br \/>\n12. You Remain<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.willienelson.com\">Willie Nelson<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.facebook.com\/willienelson\">Willie Nelson bei Facebook<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tja, eigentlich waren die Countrybarden a la Johnny Cash, Merle Haggard, Waylon Jennings und wie sie alle hei\u00dfen, wenn ich ehrlich bin, nie so mein Ding. 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