{"id":2595,"date":"2015-12-14T03:58:00","date_gmt":"2015-12-14T02:58:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hauptsachebizeps.de\/SoS\/?p=2595"},"modified":"2020-07-09T19:27:04","modified_gmt":"2020-07-09T17:27:04","slug":"little-caesar-same-cd-review","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/2015\/12\/14\/little-caesar-same-cd-review\/","title":{"rendered":"Little Caesar &#8211; Same &#8211; CD-Review"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Caes-e1435405159939.jpg\" \/><\/p>\n<p>Little Caesar machten 1987 erstmalig die musikalischen B\u00fchnen um Los Angeles herum unsicher. Ein herrlich prollig wirkendes Quintett, bestehend aus Ron Young (Vocals), Apache (Guitar), Loren Molinare (Guitar), Fidel Paniagua (Bass) und Tom Morris (Drums), dem man sofort blindlings seine gesamten Ersparnisse anvertrauen w\u00fcrde. Ein Freudenfest f\u00fcr jeden Tattoo-, Biker- oder Bodybuilding-Studiobesitzer, ein Albtraum aller Schwiegermamas dieser Welt, sofern man nicht als Mutter von Amy Winehouse, Kate Moss, Pamela Anderson oder anderen durchgeknallten Sternchen dieser Art geboren wurde. Dem einstmaligen T\u00fcrsteher Ron Young (wen wundert es?) brachte sein extravagantes Aussehen sogar eine kleine Rolle als Biker in &#8222;Terminator 2&#8220; ein , wo er sich mit dem gro\u00dfen Arnold Schwarzenegger in die Haare geraten durfte.<\/p>\n<p>Genug der Oberfl\u00e4chlichkeiten, kommen wir zum musikalischen Treiben der Band. Eine von Joe Hardy (<span style=\"color: #ff0000;\">ZZ Top<\/span>) produzierte EP ebnete ihnen den Weg Anfang der neunziger Jahre zum damals angesagten Label von David Geffen, auf dem dann dieses Meisterwerk des Hard Rocks fabriziert wurde. Es beginnt mit einem kurzen, knackigen E-Gitarrenintro und wenn dann Ron Young mit den Worten \u00bbWell let your hair down honey, get your high heels on\u00ab und seinem rotzigen Organ bei &#8222;Down-N-Dirty&#8220; einsteigt, ahnt man bereits, dass da was ganz Gro\u00dfes auf einen zurollt. Der Song z\u00e4hlt f\u00fcr mich mit zum Besten, was in diesem Genre meinen Wissenshorizont je erreicht hat.<\/p>\n<p>Mit dem Aretha Franklin-Cover &#8222;Chain Of Fools&#8220; gelang Little Caesar sogar der Sprung in die Billboard Top 100. Die St\u00e4rke der Truppe und auch des Albums war zweifelos die Vielseitigkeit, sowie das Gl\u00fcck, mit Ron Young einen au\u00dfergew\u00f6hnlich charismatischen S\u00e4nger (mit einer grandiosen Stimme) zu besitzen, so dass man sich leicht tat, in Sachen Tempo und auch beim Einflechten anderer Musikstile variabel agieren zu k\u00f6nnen. Nein, Little Caesar bretterten nicht nur kompromisslos drauf los, es wurde bei allem pulsierenden Drive immer wieder auf Melodik, entspannte Midtempo- und dezent auch auf balladeske Momente Wert gelegt (&#8222;In Your Arms&#8220;, &#8222;From The Start&#8220;,&#8220;Midtown&#8220;). Sogar bluesige (&#8222;Cajun Panther&#8220;, &#8222;Wrong Side Of The Tracks&#8220;) und soulige (&#8222;I Wish It Would Rain&#8220;) Elemente wurden harmonisch mit einer gewissen Grundh\u00e4rte in Einklang gebracht. Selbst in der Southern Rock-Szene konnte man aufgrund der herrlichen Gitarrenarbeit punkten (sie tourten im Vorprogramm von <span style=\"color: #ff0000;\">Lynyrd Skynyrd<\/span>).<\/p>\n<p>Das Deb\u00fct wurde \u00fcbrigens von keinem geringeren als Bob Rock produziert, der in dieser Zeit Bands wie u.a. Metallica, M\u00f6tley Cr\u00fce oder The Cult auf die Spr\u00fcnge half. Das schleichende Ende des Quintetts begann mit dem Ausstieg von Gitarrist Apache und vor allem mit der Nichtakzeptanz Little Caesars bei der aufstrebenden MTV-Generation. Man legte zwar noch das Folgealbum &#8222;Influence&#8220; nach, das zum Erstling aber trotz prominenter Verst\u00e4rkung durch Earl Slick (John Lennon, David Bowie, Ian Hunter) schon dezente Abstriche machte. Die Band zerfiel nach einer Europa-Tournee (immerhin Headliner im ber\u00fchmten Londoner Marquee-Club), Ron Young gr\u00fcndete mit Ex-Quiet Riot- und Whitesnake-Mitgliedern eine weitere potentielle Supergruppe, die aber bereits nach einem Werk ihre musikalischen T\u00e4tigkeiten wieder einstellte. Young sang dann danach noch in Bands wie Four Horsemen und Dirt.<\/p>\n<p>Earl Slick hatte sich vor\u00fcbergehend die Vermarktungsrechte von Little Caesar gesichert und brachte mit &#8222;This Time&#8230;It&#8217;s Different&#8220; noch mal eine CD mit Outtakes, unver\u00f6ffentlichten Songs und zwei Live-Tracks heraus, die man nur \u00fcber ihn erwerben konnte und zu meinem teuersten, je gekauften Silberling (ca. 60 D-Mark) arrivierte. Mittlerweile sind Bestrebungen im Gang, Little Caesar im Original-Line-Up wieder aufleben zu lassen, da auch Apache gr\u00fcnes Licht f\u00fcr eine R\u00fcckkehr signalisiert hat. Ich bin gespannt, ob man es schafft, das Rad der Zeit noch mal zur\u00fcckzudrehen und einen Geniestreich wie ihr Deb\u00fct zu wiederholen. Wie dem auch sei, Little Caesars Erstling bleibt in jedem Fall ein unsterbliches und unvergessenes Highlight in der Geschichte des Hard Rock-Genres!<\/p>\n<p><strong>Geffen Records (1990)<\/strong><br \/>\n<strong> Stil: Hard Rock<\/strong><\/p>\n<p>01. Down-N-Dirty<br \/>\n02. Hard Times<br \/>\n03. Chain Of Fools<br \/>\n04. In Your Arms<br \/>\n05. From The Start<br \/>\n06. Rock-N-Roll State Of Mind<br \/>\n07. Drive It Home<br \/>\n08. Midtown<br \/>\n09. Cajun Panther<br \/>\n10. Wrong Side Of The Tracks?<br \/>\n11. I Wish It Would Rain<br \/>\n12. Little Queenie<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.LittleCaesar.net\">Little Caesar<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.facebook.com\/LittleCaesarOfficial\">LittleCaesar bei Facebook<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Little Caesar machten 1987 erstmalig die musikalischen B\u00fchnen um Los Angeles herum unsicher. 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