{"id":2409,"date":"2015-12-14T04:25:00","date_gmt":"2015-12-14T03:25:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hauptsachebizeps.de\/SoS\/?p=2409"},"modified":"2020-07-09T12:05:55","modified_gmt":"2020-07-09T10:05:55","slug":"jeannie-kendall-all-the-girls-i-am-cd-review","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/2015\/12\/14\/jeannie-kendall-all-the-girls-i-am-cd-review\/","title":{"rendered":"Jeannie Kendall \u2013 All The Girls I Am &#8211; CD-Review"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Ken-e1434646126659.jpg\" \/><\/p>\n<p>Zweites Solo-Projekt von Jeannie Kendall, den meisten Country-Experten sicher noch ein Begriff als Part des Vater\/Tochter-Duos &#8222;The Kendalls&#8220;, das mit &#8222;Heaven\u2019s Just A Sin Away&#8220; wohl seinen gr\u00f6\u00dften Hit erzielte; ein Lied, das immerhin unter den 100 wohl besten, jemals geschriebenen Country-Songs gelistet wird. Nach dem tragischen Tod ihres Vaters Royce im Alter von nur 63 Jahren, brachte Jeannie ihr Deb\u00fct 2003 im Country-Bluegrass-Stil als reines Akustik-Album heraus und erntete daf\u00fcr verdienterma\u00dfen hervorragende Kritiken von allen Seiten.<\/p>\n<p>Jeannie und ihre Produzenten Brian Fisher und Mike Stults entschieden sich beim jetzt vorliegenden, wieder sehr gelungenen Nachfolger &#8222;All The Girls I Am&#8220; allerdings f\u00fcr eine recht vielseitige Scheibe mit allem &#8222;Drum und Dran&#8220;. Wobei man dem Independant Label &#8222;CbuJ Entertainment&#8220; eine erstaunliche Bereitschaft attestieren muss, in Sachen Personal, Technik und Gestaltung zu investieren. Unglaublich, welcher Aufwand hier betrieben wurde. Sehr interessant vor allem die im Booklet von Stults detailgetreue Wiedergabe der Entstehung dieser CD aus Sicht eines Co-Produzenten, wo zum Teil ziemlich aus dem N\u00e4hk\u00e4stchen geplaudert wird. Nett gemacht!<\/p>\n<p>Ziel der neuen Scheibe war es allerdings auch, einmal phasenweise aus den traditionellen Bahnen auszubrechen, und die eine oder andere nicht unbedingt countrytypische Note einzuflechten, ohne insgesamt die Countryroots aufzugeben. So hat das er\u00f6ffnende Titelst\u00fcck durch ein hier als &#8222;Penny Whistle&#8220; bezeichnetes (Fl\u00f6ten-)Instrument, gespielt von Harmonika-Koryph\u00e4e Jim Hoke (laut Liner Notes rannte er, als er das Demo zu h\u00f6ren bekam, mal eben zwei Blocks nach Hause, holte die Fl\u00f6te, und f\u00fcgte nach R\u00fcckkehr ins Studio seine Ideen in den Song ein, und alle waren restlos begeistert) ein wunderbar keltisches Flair.<\/p>\n<p>Ein sehr atmosph\u00e4risches St\u00fcck, wobei sich Jeannies d\u00fcnne, helle Stimme irgendwo zwischen Dolly Parton und Cyndi Lauper einzupendeln scheint. Komponiert \u00fcbrigens von der australischen Opern S\u00e4ngerin Amanda Colliver, die auch den Harmonie-Gesang beisteuerte. Oder &#8222;Keep Us Warm&#8220;, das unter dem Motto &#8222;Country meets Melodic Pop-Rock&#8220; stehen k\u00f6nnte. Geschrieben und eingespielt von einem schwedischen Trio (Malmberg\/Johansson\/Axelsson), wobei Jeannies Gesang in Nashville aufgenommen und beif\u00fcgt wurde. Die B\u00e4nder wanderten einige Male zwischen den Staaten und Europa hin und her. Stults bezifferte allein den Aufwand f\u00fcr die Abmischerei mit 80 Stunden Arbeit.<\/p>\n<p>Ein toller, moderner Song mit leichtem Stevie-Nicks-Flair und feinen E-Gitarren. &#8222;(Somewhere Between) Heaven &amp; Mexiko&#8220;, eigentlich f\u00fcr Interpreten wie Bobby Bare oder Mark Chesnutt gedacht, hatte laut Meinung der Macher, dann doch eher &#8222;Girl-Charakter&#8220;, und gab Jeannie Gelegenheit sich mit einer zum Titel passenden spanischen Horn-Section auseinander zu setzen. Herausgekommen ist eine gro\u00dfartige, lupenreine, locker flockige und melosische Countrynummer voller herrlichem Tex-Mex-Feeling! Dann die wunderbare, entspannte und fl\u00fcssige Country-Ballade &#8222;Wild Honey&#8220; im semi-akustischen Gewand mit sch\u00f6nen Dobro-, Fiddle,- und Steel-Kl\u00e4ngen! Also jede Menge &#8222;Spielereien&#8220;, dennoch immer in sich geschlossen wirkend, ein toller, klarer Sound&#8230; &#8211; das hei\u00dft. Experiment eindrucksvoll gelungen!<\/p>\n<p>Die traditionelle Seite wurde aber, wie gesagt, nicht wirklich vernachl\u00e4ssigt. Dazu konnten sich jede Menge erstklassiger Instrumentalisten auf dem Werk austoben, wobei Sonny Garrish am Steel und Larry Beaird an der Akustik-Gitarre, Mandoline und Banjo zu den auff\u00e4lligsten Akteuren z\u00e4hlen. Ein Genuss auch immer wieder den brillanten Brent Mason an der E-Gitarre zu h\u00f6ren, der bei St\u00fccken, wie &#8222;Just A Memory&#8220; (eine Nummer vom Deb\u00fctalbum, diesmal als &#8222;Electric Version&#8220;) oder &#8222;It Always Rains&#8220; einmal mehr beweist, warum er in Nashville zu den absoluten &#8222;Giganten&#8220; der Gitarrenspieler gez\u00e4hlt wird. Sehr sch\u00f6n auch die Neueinspielung des Kendalls-St\u00fcckes &#8222;Make A Dance&#8220;, bei dem die Harmonievocals ihres verstorbenen Vaters mit eingebracht wurden.<\/p>\n<p>Insgesamt ein tolles Jeannie Kendall-Album, das wunderbar den Bogen vom traditionellen Country zum modernen Country-Pop spannt, und sicher f\u00fcr Verfechter beider Ausrichtungen bestens geeignet sein d\u00fcrfte. Und bei allen M\u00e4dels, die Jeannie laut Titel in sich vereint, ist eines sicher:\u00a0 Sie ist ein klasse singendes Girl!<\/p>\n<p><strong>CbuJ Entertainment (2005)<\/strong><br \/>\n<strong> Stil: New Country<\/strong><\/p>\n<p>01. All The Girls (I Am) &#8211; The Penny Whistle Song<br \/>\n02. You Just Don&#8217;t Get Me &#8211; Do You?<br \/>\n03. (Somewhere Between) Heaven &amp; Mexico<br \/>\n04. Wild Honey<br \/>\n05. Keep Us Warm<br \/>\n06. Just A Memory<br \/>\n07. Your Picture, Your Pillow &amp; Me<br \/>\n08. Out Of Loneliness<br \/>\n09. Make A Dance<br \/>\n10. It Always Rains<br \/>\n11. Shouldn&#8217;t Still Shake Me (Like You Do)<br \/>\n12. Worn Around The Edges<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.JeannieKendall.com\">Jeannie Kendall<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.baerchenrecords.de\">B\u00e4rchen Records<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zweites Solo-Projekt von Jeannie Kendall, den meisten Country-Experten sicher noch ein Begriff als Part des Vater\/Tochter-Duos &#8222;The Kendalls&#8220;, das mit &#8222;Heaven\u2019s Just A Sin Away&#8220; wohl seinen gr\u00f6\u00dften Hit erzielte; ein Lied, das immerhin unter den 100 wohl besten, jemals geschriebenen Country-Songs gelistet wird. 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