{"id":1933,"date":"2015-12-14T06:02:00","date_gmt":"2015-12-14T05:02:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hauptsachebizeps.de\/SoS\/?p=1933"},"modified":"2020-07-09T10:57:42","modified_gmt":"2020-07-09T08:57:42","slug":"toby-keith-clancys-tavern-deluxe-edition-cd-review","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/2015\/12\/14\/toby-keith-clancys-tavern-deluxe-edition-cd-review\/","title":{"rendered":"Toby Keith &#8211; Clancy&#8217;s Tavern &#8211; Deluxe Edition &#8211; CD-Review"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Keith.jpg\" \/><\/p>\n<p>Toby Keith ist ein Musiker der polarisiert. Viele m\u00f6gen ihn nicht, noch viele mehr lieben ihn abg\u00f6ttisch. Ich z\u00e4hlte lange Zeit zur ersten Fraktion. Die aus meiner Sicht eher begrenzten vokalen K\u00fcnste des ehemaligen \u00d6lplattformarbeiters, sein typisch amerikanisch \u00fcbertriebener und teilweise kleingeistig verbreiteter Patriotismus sowie sein ins Gesicht eingemei\u00dfelt zu scheinendes Dauergrinsen (wer will ihm das allerdings angesichts seines Megaerfolgs &#8211; alles, was er anpackt, ob Musik, Schauspielerei oder als Restaurantbesitzer, ist nunmal von Erfolg gekr\u00f6nt &#8211; auch, ehrlich gesagt, ver\u00fcbeln) nervten doch eher, als meine Sympathie zu erwecken.<\/p>\n<p>Mit seinen beiden letzten Alben &#8222;Bullets In The Gun&#8220; (mal wieder ein Keith-typischer Titel&#8230;) und diesem hier zu besprechenden &#8222;Clancy&#8217;s Tavern&#8220; hat sich das &#8211; musikalisch zumindest &#8211; allm\u00e4hlich ge\u00e4ndert. Diese beiden Werke liefern recht unterhaltsame und abwechslungreiche New Country-Kost und aufgrund der hervorragenden Live-Zugaben (hierbei handelt es sich um vier Songs eines \u00dcberraschungskonzerts, das Keith im Kreise von namhaften Mitmusikern wie Chad Cromwell, Kenny Greenberg, Rob McNelley, Kevin Grant, Jim Hoke und Mica Roberts, firmierend unter dem Bandnamen Incognito Bandito, in New York mal gegeben hat) ein echtes Zusatzschmankerl.<\/p>\n<p>Lobend muss auch erw\u00e4hnt werden, dass sich Toby nicht zu schade war, auch mal in good ole Germany konzerttechnisch vorzusprechen, er gab in diesen Tagen vier Gigs, die allerdings recht unterschiedliche Reaktionen bei den Besuchern erzeugten (von richtig gut, bis zu demonstrativem Verbrennen der Konzertkarte eines entt\u00e4uschten Fans in Hamburg nach nur 75 Minuten Spielzeit ohne Zugabe und Verabschiedung, was aber wohl nicht Keith&#8217;s Schuld war; in den anderen Locations hielt er die heute typischen &#8218;Konzertmuster&#8216; ein und gab sich auch relativ publikumsnah).<\/p>\n<p>&#8222;Clancy&#8217;s Tavern&#8220; (als Hommage an die Bar seiner Gro\u00dfmutter gemeint) bietet New Country in all seinen Facetten. Keith hat bis auf einen Song alle Tracks selbst komponiert (u.a. mit Hilfe von <span style=\"color: #ff0000;\"><a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=Bobby+Pinson\">Bobby Pinson<\/a><\/span>, Scotty Emerick, Rivers Rutherford, Bob DiPiero und Eddy Raven) und wurde nat\u00fcrlich von diversen K\u00f6nnern der Nashville-Studiomusikerriege (seinen Incognito Banditos, wie sich von selbst versteht, dazu Erik Darken, Steve Nathan, Aubrey Haynie, Ilya Toshinsky, Russ Pahl, Perry Coleman, Tom Bukovac, etc.) wie immer instrumentell anspruchsvoll begleitet. Seinen Gesang erledigte er aus meiner Sicht im Rahmen seiner M\u00f6glichkeiten gut.<\/p>\n<p>Der druckvolle Opener &#8222;Made In America&#8220; (mit den landes\u00fcblichen Huldigungen und ein wenig <span style=\"color: #ff0000;\"><a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=Montgomery+Gentry\">Montgomery Gentry<\/a><\/span>-Flair), &#8222;Tryin&#8216; To Fall In Love&#8220; (voller quirligem E-Bariton-Gezupfe, leicht retro, lustiger, selbstironischer Text) und das launige, im schwei\u00dftreibenden Stil eines <span style=\"color: #ff0000;\"><a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=Pat+Green\">Pat Green<\/a><\/span> dargebotene &#8222;Beers Ago&#8220; (sch\u00f6nes E-Solo, southern-rockig) stehen f\u00fcr die flotteren Nummern. Keith setzt diesmal bei einigen St\u00fccken auf recht atmosph\u00e4risches Ambiente. &#8222;I Need To Hear A Country Song&#8220; (Bariton-E-Arbeit, Steel) , &#8222;Just Another Sundown&#8220; (sch\u00f6ne Akustikgitarre, hallendes E-Spiel), &#8222;South Of You&#8220; (klasse Zusammenspiel aller Gitarren), &#8222;Club Zydeco Moon&#8220; (klingt wie ein verlangsamtes &#8222;Ghost Riders In The Sky&#8220;, tolles Akkordeon, weinende Harp) und das relaxte, zum Titel passende &#8222;Chill-Axin'&#8220; (irgendwo zwischen den Eagles und <span style=\"color: #ff0000;\"><a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=James+Otto\">James Otto<\/a><\/span>) bieten Stoff zum Zur\u00fccklehnen und Entspannen.<\/p>\n<p>Ich favorisiere das voller ehrlich wirkender Emotion gesungene Titelst\u00fcck, das zum Mitgr\u00f6len bestens geeignete &#8222;Red Solo Cup&#8220; (aus der Feder von Jim und Brett Beavers sowie Brad und Brett Warren (<span style=\"color: #ff0000;\"><a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=The+Warren+Brothers\">The Warren Brothers<\/a><\/span>), die allesamt hier auch nur mit Akustikgitarren und Banjo begleiten), das mit minimalistischem Aufwand (sehr einfach mitzusingender Refrain) maximale Stimmung erzeugt, sicherlich ein fest-gesetzter Bestandteil des Keith-Live-Programms der nahen Zukunft, wie dann auch die Deutschland-Konzerte zeigten, und die bluesige Countryballade &#8222;I Won&#8217;t Let You Down&#8220; (einziger, hier ganz allein geschriebener Song von Keith), bei der Toby sich ziemlich schamlos bei Tracks wie <span style=\"color: #ff0000;\"><a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=Eric+Clapton\">Eric Claptons<\/a><\/span> &#8222;Wonderful Tonight&#8220;, Dickey Betts&#8216; &#8222;Atlanta&#8217;s Burning Down&#8220; oder <span style=\"color: #ff0000;\"><a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=Lynyrd+Skynyrd\">Skynyrds<\/a><\/span> &#8222;Freebird&#8220; bedient. Toll besonders die traurige Harp von Pat Bergeson und die grandiosen E-Gitarren-Parts von Kenny Greenberg und Tom Bukovac. G\u00e4nsehaut garantiert!<\/p>\n<p>Auch wenn es sich bei den vier Live-St\u00fccken um alte Kamellen handelt (Songinterpretationen von Waylon Jennings, Buck Owens, Three Dog Night und Chuck Berry), so macht die filigrane Umsetzung der beteiligten Musiker einfach Spa\u00df. Ich zolle meinen Neid in Richtung der an diesem Abend anwesend Gewesenen &#8211; hier die Studioasse Nashvilles mal live auf der B\u00fchne zaubern zu sehen und zu h\u00f6ren &#8211; das h\u00e4tte ich gerne auch erlebt, selbst wenn ich absolut nicht auf diese uns\u00e4gliche Coverei stehe. Aber hier h\u00f6rt man bei jedem Ton, was da f\u00fcr geniale Musiker am Start sind. Letztendlich aufgrund der sp\u00fcrbaren Qualit\u00e4t eine sch\u00f6ne Zugabe bei dieser Deluxe-Version, die auch noch durch ein dickes Booklet mit allen Texten aufgewertet wird.<\/p>\n<p>Somit ist Toby Keith&#8217;s &#8222;Clancy&#8217;s Tavern&#8220; eine uneingeschr\u00e4nkte Kaufempfehlung zu attestieren. Well done, Mr. Keith! Wenn der Herr jetzt nur noch etwas an seinen inneren Werten feilen und an seiner Feinf\u00fchligkeit (z. B. eine meiner pers\u00f6nlichen St\u00e4rken&#8230;) arbeiten w\u00fcrde, k\u00f6nnte man ihn glatt m\u00f6gen&#8230;<\/p>\n<p><strong>Show Dog\/Universal Music (2011)<\/strong><br \/>\n<strong> Stil:\u00a0 New Country<\/strong><\/p>\n<p>01. Made In America<br \/>\n02. I Need To Hear A Country Song<br \/>\n03. Clancy&#8217;s Tavern<br \/>\n04. Tryin&#8216; To Fall In Love<br \/>\n05. Just Another Sundown<br \/>\n06. Beers Ago<br \/>\n07. South Of You<br \/>\n08. Club Zydeco Moon<br \/>\n09. I Won&#8217;t Let You Down<br \/>\n10. Red Solo Cup<br \/>\n11. Chill-Axin&#8216;<\/p>\n<p><strong>Live Tracks:\u00a0<\/strong><br \/>\n12. High Time (You Quit Your Low Down Ways)<br \/>\n13. Truck Drivin&#8216; Man<br \/>\n14. Shambala<br \/>\n15. Memphis<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.tobykeith.com\">Toby Keith<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.facebook.com\/tobykeith\">Toby Keith bei Facebook<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.baerchenrecords.de\">B\u00e4rchen Records<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Toby Keith ist ein Musiker der polarisiert. Viele m\u00f6gen ihn nicht, noch viele mehr lieben ihn abg\u00f6ttisch. Ich z\u00e4hlte lange Zeit zur ersten Fraktion. 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