{"id":1860,"date":"2015-12-14T06:09:00","date_gmt":"2015-12-14T05:09:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hauptsachebizeps.de\/SoS\/?p=1860"},"modified":"2020-07-09T10:52:26","modified_gmt":"2020-07-09T08:52:26","slug":"george-hatcher-rich-girl-lp-review","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/2015\/12\/14\/george-hatcher-rich-girl-lp-review\/","title":{"rendered":"George Hatcher &#8211; Rich Girl &#8211; LP-Review"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/rich-girl.jpg\" \/><\/p>\n<p>War ich tats\u00e4chlich erst 15 Jahre alt, als ich mir George Hatchers damaligen Tontr\u00e4ger zulegte? Und in der Tat &#8211; es ist fast satte 35 Jahre her, seit ich die LP &#8222;Rich Girl&#8220; dieses Musikers mit einer relativ ungew\u00f6hnlichen Geschichte in meine &#8211; zu dieser Zeit vermutlich noch \u00fcberschaubare &#8211; Sammlung f\u00fcgte.<br \/>\nGeorge Hatcher stammt aus den USA, genauer gesagt aus dem Staate North Carolina. Er sang recht fr\u00fchzeitig in verschiedenen Bands (spielt bis heute kein Instrument), wobei er mit der Combo Flatrock schon als Support f\u00fcr Acts wie<span style=\"color: #ff0000;\"> <a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=ZZ+Top\">ZZ Top<\/a><\/span> oder <span style=\"color: #ff0000;\"><a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=Bob+Seger\">Bob Seger<\/a><\/span> auftrat. Als sich ein lukrativer Plattenvertrag abzeichnete und man in Nashville zu den Aufnahmen schreiten wollte, wurde das Studio des pl\u00f6tzlich von Geldn\u00f6ten geplagten Finanziers, samt des innenstehenden Equipments der Band konfisziert.<\/p>\n<p>Hatcher ging frustriert nach England, lebte in London, um hier seinem musikalischen Traum nachzugehen. Als Unterst\u00fctzer fand er den Produzenten Tom Allom (Judas Priest, Def Leppard), der Hatcher in Sachen Plattenvertrieb und Touring zur Seite stand. Und so ist es auch zu erkl\u00e4ren, dass George in unseren Breitengraden wesentlich mehr Aufmerksamkeit erhaschen sollte, als in seiner Heimat.<\/p>\n<p>&#8222;Rich Girl&#8220; war zu dieser Zeit sein bereits viertes Werk und der mir bis dato v\u00f6llig unbekannte K\u00fcnstler ein Novum, was meine sich damals langsam aufbauende Passion f\u00fcr den Southern Rock anging. Ein ungew\u00f6hnliches Werk, zumal es im fr\u00e4nkischen Hilpoltstein aufgenommen und produziert wurde (George mit Assistenz von Manni Neuner). Allein schon das imposante Cover wei\u00df im Hinblick auf den Titel zu \u00fcberzeugen. Hatcher als Hallodri mit langer Matte in Wartestellung vor einer herrschaftlichen Villa samt Rolls Royce mit Fahrer, eine junge Dame &#8211; die gute Partie darstellend &#8211; vertr\u00e4umt im Fenster der mit Efeu berankten Herrschaftsimmobilie sitzend. Zur Verf\u00fcgung gestellt wurde das beeindruckende Ambiente von einem Freiherr Tucher von Simmelsdorf. Herrlich wie sich der Chauffeur des Hauses, nach dem Motto &#8218;lass blo\u00df die Finger von ihr&#8216; auf der R\u00fcckseite der LP im Park drohgeb\u00e4rend vor George aufbaut. Der Geldadel mag halt unter Seinesgleichen bleiben &#8211; eine zurzeit wieder hochaktuelle Thematik\u2026<\/p>\n<p>In der Besetzung George Hatcher (voc), James Morgan (g), Pete Gosling (g), Vic Young (b), Geralt Watkins (keys) und Mac Poole (dr) wurden hier neun feine, mit vielen kleinen Finessen best\u00fcckte (Southern) Rock-Perlen eingespielt, die selbst heute noch, aufgrund der transparenten Produktion, recht zeitgem\u00e4\u00df r\u00fcberkommen.<\/p>\n<p>Wenn dann zu Anfang mit Back To Dixie und &#8222;Hell Hole&#8220; zwei so richtig dreckige, kurz und schmerzlose Boogies erklingen, schl\u00e4gt das Herz des Genre-Fans direkt h\u00f6her. Herrliche Slide- und Twin-Einlagen, ein bisschen ABB-Flair, dazu auch ein wenig Rory Gallagher-Esprit. Im Nachhinein k\u00f6nnte man auch schlussfolgern, dass sich <span style=\"color: #ff0000;\"><a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=Molly+Hatchet\">Molly Hatchet<\/a><\/span> auf ihren Anfangsalben vom Stile Hatchers durchaus ein wenig inspirieren haben lassen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>&#8222;Blue Skies&#8220; flattert fr\u00f6hlich, rockig mit sch\u00f6nen Breaks vor sich hin, die atmosph\u00e4rischen &#8222;Rich Girl&#8220; und &#8222;The Price I Pay&#8220; weisen sogar dezente Prog-Bez\u00fcge auf. Bei letztgenanntem Track kommt einem aufgrund der Backs am Ende Pink Floyds &#8222;The Great Gig In The Sky&#8220; spontan in den Sinn. Apropos Backs. Im zweiten Teil der Platte erweisen sich die drei deutschen Damen Renate Maurer, Claudia Schwarz und Gitta Walter mit ihren Ooooohs und Aaaahs als tolle Gegenpole zu Hatchers kauzigem Organ, dieser stimmlich irgendwo zwischen Bob Seger und Rory Gallagher pendelnd.<\/p>\n<p>Gro\u00dfartig die Honkytonk-getr\u00e4nkte Version des viel gecoverten Womack-St\u00fccks &#8222;It&#8217;s All Over Now&#8220;, das in einer coolen Version mit klasse Tempowechseln daherkommt. &#8222;Regrets&#8220; rockt wieder als wenn Rory Gallagher und Molly Hatchet sich f\u00fcr eine gemeinsame Session zusammengetan h\u00e4tten. Das wunderbar melodische &#8222;Black Rose&#8220; hat dezente \u00c4hnlichkeiten zu Bob Segers Art, Balladen zu zelebrieren (herrlich die immer wieder aufheulenden Twin-Gitarren, die grandiosen Backs der Damen sowie die sch\u00f6n rockigen Gitarrenbreaks, die mehrfach kurzzeitig das Tempo variieren). Absolut klasse!<\/p>\n<p>Beim aus der Feder von Edgar Winter und Jerry LaCroix stammenden &#8222;Fly Away&#8220; (auch wieder mit Bob Seger-Teint) wird dann am Ende das gro\u00dfe Besteck rausgeholt. Streicher (unter Mithilfe der N\u00fcrnberger Symphoniker) und ein an &#8222;Hey Jude&#8220; angelehntes &#8218;Na-na-na&#8216;-Finale, bieten einen euphorischen Abschluss eines vermutlich viel zu wenig gew\u00fcrdigten und nur Insidern bekannten Albums.<\/p>\n<p>Die George Hatcher Band ist heute nach diversen Auszeiten wieder in folgender Besetzung aktiv. George Hatcher (voc), Blake Gross (b), John Hartley (dr), Ralph Oleski (g), Scott Braswell (g), Terry Collins (Keys) und Gustavo Juarez Sr. (perc). Ein neues Album oder ein paar Live-Auftritte des sympathischen und immer bodenst\u00e4ndig gebliebenen Bandleaders in Deutschland w\u00e4ren da mal absolut w\u00fcnschenswert. Vielleicht entdeckt die Familie des Freiherrn ja erneut mal ihr Herz f\u00fcr die Musik und greift als Sponsor in die Tasche\u2026 Dem gemeinen Southern Rock-P\u00f6bel wie Unseresgleichen w\u00fcrde sie damit sicher viel Freude bereiten! Werke in digitalisierter Form von George Hatcher kann man \u00fcber seine HP oder \u00fcber einschl\u00e4gige Anbieter im Internet beziehen.<\/p>\n<p><strong>Shark Records (1978)<\/strong><br \/>\n<strong> Stil:\u00a0 (Southern) Rock<\/strong><\/p>\n<p>01. Back To Dixie<br \/>\n02. Hell Hole<br \/>\n03. Blue Skies<br \/>\n04. Rich Girl<br \/>\n05. It&#8217;s All Over Now<br \/>\n06. The Price I Pay<br \/>\n07. Regrets<br \/>\n08. Black Rose<br \/>\n09. Fly Away<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/georgehatcherband.com\/\">George Hatcher Band<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.facebook.com\/GeorgeHatcherBand\">George Hatcher Band bei Facebook<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>War ich tats\u00e4chlich erst 15 Jahre alt, als ich mir George Hatchers damaligen Tontr\u00e4ger zulegte? Und in der Tat &#8211; es ist fast satte 35 Jahre her, seit ich die LP &#8222;Rich Girl&#8220; dieses Musikers mit einer relativ ungew\u00f6hnlichen Geschichte in meine &#8211; zu dieser Zeit vermutlich noch \u00fcberschaubare &#8211; Sammlung f\u00fcgte. 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