{"id":1521,"date":"2015-12-14T06:59:00","date_gmt":"2015-12-14T05:59:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hauptsachebizeps.de\/SoS\/?p=1521"},"modified":"2020-07-09T10:22:00","modified_gmt":"2020-07-09T08:22:00","slug":"michael-lee-firkins-yep-cd-review","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/2015\/12\/14\/michael-lee-firkins-yep-cd-review\/","title":{"rendered":"Michael Lee Firkins &#8211; Yep &#8211; CD-Review"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Yep.jpg\" \/><\/p>\n<p>Ich glaub, ich steh im Wald! So oder so \u00e4hnlich geht es einem nicht nur nach Betrachten des Fantasy-Art-Covers von Michael Lee Firkins&#8216; neuer CD &#8222;Yep&#8220;. Da posiert er mit seinem Lieblingsger\u00e4t innerhalb eines solchen vor einem monumentalen Baumstamm. Nein, auch musikalisch f\u00fchlt man sich in eine sumpfige Waldlandschaft irgendwo im tiefen S\u00fcden der Staaten versetzt, aus der von irgendwo swampige Jam Rock-T\u00f6ne erklingen. In einer auftauchenden Lichtung erblickt man eine alte Holzh\u00fctte, auf deren Veranda diverse Boxen, Verst\u00e4rker, Kabel, eine mit Bierdosen gef\u00fcllte K\u00fchltruhe sowie diverse herumstehende Whiskeyflaschen zu erkennen sind.<\/p>\n<p>Inmitten dieses einsamen, ungest\u00f6rten Ambientes haben sich vier langhaarige Typen etwas reiferen Alters mit ihren Instrumenten gem\u00fctlich im Kreis zusammengesetzt und erzeugen in entspannter Atmosph\u00e4re die vernommenen, in diesem suggerierten Zusammenhang schon fast ein wenig mystisch erscheinenden Kl\u00e4nge. Es handelt sich dabei um Herrn Michael Lee Firkins, den Hauptprotagonisten dieses Werkes, samt seiner Mitstreiter Chuck Leavell, Andy Hess und Matt Abts, unseren Lesern allseits bekannt durch ihr Mitwirken in diversen Superbands wie den Allman Brothers, Rolling Stones, Black Crowes oder Gov&#8217;t Mule, etc.<\/p>\n<p>Michael Lee Firkins&#8216; bisherige musikalische Vita besteht, genau wie ihr recht unregelm\u00e4\u00dfiger Verlauf, aus einem Sammelsurium von ziemlich unterschiedlich gestalteten Werken. Einig ist man ist sich in der Kritikerschaft, dass er zu der Spezies der au\u00dfergew\u00f6hnlich guten Gitarristen gez\u00e4hlt werden kann. Das bekannte Magazin &#8218;Guitar For The Practicing Musician&#8216; bezeichnete ihn mal als &#8218;One of the most influential Players of the next ten years&#8216;. Aber auch sein Gesang (mit viel Southern-Soul in der Stimme) kann sich h\u00f6ren lassen, wie sein neues Album &#8222;Yep&#8220; eindeutig beweist.<\/p>\n<p>Die eingespielten Kollegen Abts und Hess bilden das gewohnt starke Rhythmus-Fundament f\u00fcr solche Art von Musik. Abts passt sein Drumming der jeweiligen Situation perfekt an, Hess muss mit seinem Tieft\u00f6ner gegen die geballte Kraft der anderen nat\u00fcrlich im Hochleistungspumpmodus anzupfen. Aber wo er zugange ist, braucht man sich eigentlich nicht zu sorgen, dass da nicht was Vern\u00fcnftiges zustande kommt.<\/p>\n<p>Chuck Leavell bedient das Piano eher dezent und ist mehr auf das Bet\u00e4tigen der Orgel fixiert. Er bildet hier, gerade was das Solieren betrifft, das erg\u00e4nzende Element zu Michaels Gitarrenvariationen. Heimlicher Star ist auf diesem Album eindeutig eine Telecaster, die zur Resonator-Gitarre modifiziert wurde, auf der Firkins vom Dobro-\u00e4hnlichen bis zum elektrischen Sliden herk\u00f6mmliches E-Spiel bis zu seinen ber\u00fchmten Schredder-Einlagen so einiges anstellt. Das ist teilweise richtig furios.<\/p>\n<p>Im 7\u00bd-min\u00fctigen swampigen Opener &#8222;Golden Oldie Jam&#8220; spiegelt sich dann sofort auch so ziemlich alles, was man in der Folgezeit an instrumentellen Finessen geboten bekommt, wider. Klasse bluesig-souliger Gesang, satter Rhythmusteppich durch Abts und Hess, Akustik- und E-Slides, sch\u00f6n gurgelnde Leavell-Orgel, markanter Refrain, Tempowechsel, E-Gitarren-\/Orgel-Schlagabtausch im Gov&#8217;t Mule\/Allman-angehauchten Jam-Teil, dazu durch Firkins eingestreute HT-Pianountermalungen. Klingt wie live im Studio eingespielt.<\/p>\n<p>Erg\u00e4nzende Einfl\u00fcsse zu den aus der Vergangenheit der Musiker resultierenden Erfahrungen bei o. a. Bands, sind Southern Rock-Combos wie <span style=\"color: #ff0000;\"><a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=Lynyrd+Skynyrd\">Lynyrd Skynyrd<\/a><\/span>, <span style=\"color: #ff0000;\"><a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=Laidlaw\">Laidlaw<\/a><\/span> (&#8222;Cajun Boogie&#8220;) oder <span style=\"color: #ff0000;\"><a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=Outlaws\">Outlaws<\/a><\/span> (&#8222;Standing Ovation&#8220; &#8211; herrlich hier Michaels Hughie Thomasson-Ged\u00e4chtnis-Strat-Solo) in ihren Anfangstagen anzuf\u00fchren. Aber auch klassische Rockbands wie bluesige Whitesnake (zu ihrer &#8222;Ready An&#8216; Willin'&#8220;-Phase) bei &#8222;No More Angry Man 2&#8220; oder Led Zeppelin mit ihrer psychedelischen Note bei &#8222;Out Of Season&#8220; schimmern immer wieder durch. Trotzdem darf auch die jederzeit melodische Ausrichtung fast aller Tracks nicht unerw\u00e4hnt bleiben.<\/p>\n<p>Grandios die beiden in Slow Blues-Manier gebrachten, ebenfalls wieder \u00fcber sieben Minuten w\u00e4hrenden &#8222;Long Day&#8220; und das, wie eine Hommage an den verstorbenen <span style=\"color: #ff0000;\"><a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=Jeff+Healey\">Jeff Healey<\/a><\/span> klingende &#8222;Last Call&#8220;, bei denen sich die ganze Power der beteiligten Klassemusiker entl\u00e4dt (toll immer wieder der Dialog zwischen Firkins&#8216; Gitarrenzaubereien und Leavells Tastenvariationen). Das Ende mittels &#8222;The Cane&#8220; bestreitet Firkins dann im Alleingang. Sein Gesang klingt verzerrt wie durch ein Megaphon, er spielt sowohl Bass als auch Drums. Herrlich hier seine rasiermesserscharfen Slides.<\/p>\n<p>Michael Lee Firkins&#8216; neues Werk &#8222;Yep&#8220; h\u00e4lt, was die Konstellation der hochkar\u00e4tigen Musiker an Erwartungshaltung mit sich bringt. Ein Freudenfest f\u00fcr Southern-, Jam- und Blues-Rockfreunde zugleich, die auf, von filigraner Gitarrenarbeit dominierte Musik der etwas ausgiebigeren Art stehen. Weit \u00fcber eine Stunde Gesamtspielzeit sprechen zus\u00e4tzlich f\u00fcr sich. Die Frage nach der Empfehlbarkeit der Scheibe kann von daher mit einem eindeutigen &#8218;Yep, We Can!&#8216; beantwortet werden.<\/p>\n<p><strong>Magnatude Records (2013)<\/strong><br \/>\n<strong>Stil:\u00a0 (Southern) Jam Rock<\/strong><\/p>\n<p>01. Golden Oldie Jam<br \/>\n02. Cajun Boogie<br \/>\n03. No More Angry Man<br \/>\n04. Standing Ovation<br \/>\n05. Long Day<br \/>\n06. Wearin&#8216; Black<br \/>\n07. Out Of Season<br \/>\n08. Take Me Back<br \/>\n09. Last Call<br \/>\n10. No More Angry Man (Part 2)<br \/>\n11. The Cane<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.michaelleefirkins.com\/\">Michael Lee Firkins<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.facebook.com\/pages\/Michael-Lee-Firkins\/118745014854229\">Michael Lee Firkins bei Facebook<\/a><br \/>\n<a href=\"www.baerchenrecords.de\">B\u00e4rchen Records<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich glaub, ich steh im Wald! So oder so \u00e4hnlich geht es einem nicht nur nach Betrachten des Fantasy-Art-Covers von Michael Lee Firkins&#8216; neuer CD &#8222;Yep&#8220;. Da posiert er mit seinem Lieblingsger\u00e4t innerhalb eines solchen vor einem monumentalen Baumstamm. 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