{"id":1350,"date":"2015-12-14T07:11:00","date_gmt":"2015-12-14T06:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hauptsachebizeps.de\/SoS\/?p=1350"},"modified":"2020-07-08T19:37:48","modified_gmt":"2020-07-08T17:37:48","slug":"eric-clapton-friends-the-breeze-an-application-of-jj-cale-cd-review","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/2015\/12\/14\/eric-clapton-friends-the-breeze-an-application-of-jj-cale-cd-review\/","title":{"rendered":"Eric Clapton &#038; Friends &#8211; The Breeze &#8211; An Application Of JJ Cale &#8211; CD-Review"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Clap.jpg\" \/><\/p>\n<p>Ich bin mir sicher, dass es vermutlich kaum eine weitere Person so hart getroffen hat wie Eric Clapton, als er im letzten Jahr vom pl\u00f6tzlichen Herzinfarkt-Tod <a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=J.J.+Cale\">JJ Cales<\/a>, einem seiner gr\u00f6\u00dften musikalischen Einflussgeber, erfahren hatte. Auch ich war nat\u00fcrlich traurig \u00fcber den Verlust des eigenbr\u00f6tlerischen Singer\/Sonwriters aus Tulsa\/Oklahoma, der in meiner Tontr\u00e4ger-Sammlung mit recht vielen Exemplaren vertreten ist.<\/p>\n<p>Zumal mich auch ein besonderes Erlebnis mit ihm verbindet. Ich erinnere mich noch genau, wie ich am Tage meines 18. Geburtstages an einem regnerischen Montagmorgen (es war Rosenmontag) mit ca. 30 Bekannten\/Schulkameraden im 16qm gro\u00dfen Raum meines kleinen Appartements im Haus meiner Eltern in einer Kombination aus Geburtstagsfeier und Fr\u00fchschoppen bei belegten Br\u00f6tchen und jeder Menge Bier in feucht-fr\u00f6hlicher Stimmung zusammenhockte. Einer von diesen hatte mir Cales gerade herausgekommene LP &#8222;Shades&#8220; geschenkt, die dann nat\u00fcrlich als Kontrast zum Karnevals-Gedudel auch auf den Plattenteller geworfen wurde. Sp\u00e4ter wurde dann in einer damals legend\u00e4ren Rheinberger Rockkneipe bis in die sp\u00e4ten Abendstunden (sofern man noch konnte&#8230;) weitergefeiert.<\/p>\n<p>Eric Clapton, der sich mit The Road To Escondido, in Form einer direkten Zusammenarbeit mit Cale, vor einigen Jahren einen gro\u00dfen Wunsch erf\u00fcllt hatte, hat jetzt nochmals einen illustren Kreis an Musikern (zum Teil auch aus dem Dunstkreis seiner Crossroads Guitar Festivals) zusammengetragen, um seinem langj\u00e4hrigen Weggef\u00e4hrten post mortem Tribut zu zollen.<\/p>\n<p>Angesichts der unbestrittenen Qualit\u00e4t der mitwirkenden Leute ist letzten Endes auch ein sehr sch\u00f6nes Werk entstanden, das den eigenwilligen Spirit des introvertierten Troubadours sch\u00f6n widerspiegelt. Mr. Slowhand ist bei allen St\u00fccken gitarrentechnisch, sowie in Sachen Lead- oder Backingvocals vertreten. Auf &#8222;I&#8217;ll Be There (If You Ever Want Me)&#8220; zeigt er, dass er es auch auf der Dobro kann.<\/p>\n<p>Clapton er\u00f6ffnet dann auch den aus insgesamt 16 Tracks bestehenden Reigen mit einer sch\u00f6nen Version von &#8222;Call Me The Breeze&#8220;. An diesem St\u00fcck hatte sich ja bereits <span style=\"color: #ff0000;\"><a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=John+Mayer\">John Mayer<\/a><\/span> auf seinem letzten Werk Paradise Valley ebenfalls sehr gekonnt versucht, der hier auch bei starken St\u00fccken wie &#8222;Lies&#8220;, &#8222;Magnolia&#8220; oder &#8222;Don&#8217;t Wait&#8220; erheblich mit von der Partie ist.<\/p>\n<p>Eine der gro\u00dfen \u00dcberraschungen ist f\u00fcr mich pers\u00f6nlich Tom Petty. Der entpuppt sich auf Songs wie &#8222;Rock And Roll Records&#8220; und &#8222;I Got The Same Old Blues&#8220; (auch wenn hier <span style=\"color: #ff0000;\"><a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=Lynyrd+Skynyrd\">Skynyrds<\/a><\/span> legend\u00e4re Coverversion unerreicht bleibt) als Meister der Imitation. Er singt hier Cale zum Verwechseln \u00e4hnlich, sodass man teilweise meint, JJ h\u00e4tte selbst vor dem Mikro gestanden.<\/p>\n<p>Ein weiteres Schwergewicht auf diesm Album ist zweifelsohne Mark Knopfler. Traumhaft sein typisches Fingerpicking auf dem herrlich entspannten &#8222;Someday&#8220;. Da hat man nicht nur Lust, sowohl Cales alte Scheiben rauszukramen, als auch Marks Sologeschichten wie &#8222;Road To Philadelphia&#8220; oder &#8222;Shangrila&#8220;, genau wie die alten Dire Straits-Sachen mal wieder einzuwerfen. Klasse dann vor allem das direkte Zusammentreffen von ihm und Eric auf &#8222;Train To Nowhere&#8220;, wo beide dann auf ihren Lieblingsger\u00e4ten mal richtig zaubern (auf &#8222;Someday&#8220; ist es eher eine Knopfler-Solo-Performance).<\/p>\n<p>Einen eher unauff\u00e4lligen und soliden Gesangs-Part erledigt der mir nicht bekannte Singer\/Songwriter Don White (&#8222;Sensitive Kind&#8220;, &#8222;I&#8217;ll BeThere&#8220; und &#8222;Train To Nowhere&#8220;). Lediglich <span style=\"color: #ff0000;\"><a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=Willie+Nelson\">Willie Nelson<\/a><\/span> &#8211; zwar aufgrund seiner ebenfalls kauzigen Art durchaus mit Cale seelenverwandt &#8211; wirkt auf dieser Compilation trotz eigenwilliger Leistung ein wenig wie ein Fremdk\u00f6rper. Sein durchaus gelungenenes countrylastiges &#8222;Songbird&#8220; (klasse Slide von David Lindley, sch\u00f6n qu\u00e4kige Harp von Michael Raphael), und das wirklich furchtbar schr\u00e4g dahin gen\u00f6hlte &#8222;Starbound&#8220; wirken im geballten Stratocaster-Aufkommen der restlichen St\u00fccke wie Fremdk\u00f6rper. Ein Vince Gill w\u00e4re hier vielleicht die bessere Alternative gewesen. Weitere markante G\u00e4ste sind noch Leute wie Albert Lee, Derek Trucks, Reggie Young, Doyle Bramhall II, Don Preston, sowie die Cale-Veteranen Jim Karstein und Jamie Oldaker.<\/p>\n<p>Am Ende darf man sich dann zusammen mit Eric und JJs langj\u00e4hriger Begleiterin und Ehefrau Christine Lakeland bei &#8222;Crying Eyes&#8220; eine Ged\u00e4chtnis-Tr\u00e4ne f\u00fcr John Weldon Cale alias JJ Cale aus dem Auge dr\u00fccken. Insgesamt ist Eric Clapton, der mittlerweile ein Gro\u00dfteil seiner Freizeit auf Antigua verbringt (w\u00fcrde mir auch gut zu Gesicht stehen&#8230;) mit &#8222;The Breeze &#8211; An Appreciation Of JJ Cale&#8220; ein sehr feinf\u00fchliges Tribut an den Meister der Laid Back-Gesangs- und Gitarrenkunst gelungen. R.I.P. JJ Cale!<\/p>\n<p><strong>Polydor\/Universal (2013)<\/strong><br \/>\n<strong> Stil:\u00a0 Blues Rock \/ Country Rock<\/strong><\/p>\n<p>01. Call Me The Breeze (Vocals Eric Clapton)<br \/>\n02. Rock And Roll Records (Vocals Eric Clapton &amp; Tom Petty)<br \/>\n03. Someday (Vocals Mark Knopfler)<br \/>\n04. Lies (Vocals John Mayer &amp; Eric Clapton)<br \/>\n05. Sensitive Kind (Vocals Don White)<br \/>\n06. Cajun Moon (Vocals Eric Clapton)<br \/>\n07. Magnolia (Vocals John Mayer)<br \/>\n08. I Got The Same Old Blues (Vocals Tom Petty &amp; Eric Clapton)<br \/>\n09. Songbird (Vocals Willie Nelson &amp; Eric Clapton)<br \/>\n10. Since You Said Goodbye (Vocals Eric Clapton)<br \/>\n11. I&#8217;ll Be There (If You Ever Want Me) (Vocals Don White &amp; Eric Clapton)<br \/>\n12. The Old Man And Me (Vocals Tom Petty)<br \/>\n13. Train To Nowhere (Vocals Mark Knopfler, Don White &amp; Eric Clapton)<br \/>\n14. Starbound (Vocals Willie Nelson)<br \/>\n15. Don&#8217;t Wait (Vocals Eric Clapton &amp; John Mayer)<br \/>\n16. Crying Eyes (Vocals Eric Clapton &amp; Christine Lakeland)<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.ericclapton.com\">Eric Clapton<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.facebook.com\/ericclapton\">Eric Clapton bei Facebook<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.jjcale.com\">J.J. Cale<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich bin mir sicher, dass es vermutlich kaum eine weitere Person so hart getroffen hat wie Eric Clapton, als er im letzten Jahr vom pl\u00f6tzlichen Herzinfarkt-Tod JJ Cales, einem seiner gr\u00f6\u00dften musikalischen Einflussgeber, erfahren hatte. 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