{"id":11084,"date":"2016-11-06T22:44:54","date_gmt":"2016-11-06T21:44:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?p=11084"},"modified":"2016-11-07T11:48:45","modified_gmt":"2016-11-07T10:48:45","slug":"rheinberger-bluesparty-05-11-2016-rheinberg-stadthalle-festivalbericht","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/2016\/11\/06\/rheinberger-bluesparty-05-11-2016-rheinberg-stadthalle-festivalbericht\/","title":{"rendered":"Rheinberger Bluesparty &#8211; 05.11.2016, Rheinberg, Stadthalle &#8211; Festivalbericht"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/A_100A2107-Bearbeitet.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-11106\" src=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/A_100A2107-Bearbeitet.jpg\" alt=\"a_100a2107-bearbeitet\" width=\"800\" height=\"533\" srcset=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/A_100A2107-Bearbeitet.jpg 800w, http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/A_100A2107-Bearbeitet-300x200.jpg 300w, http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/A_100A2107-Bearbeitet-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ich muss, ehrlich gesagt, gestehen, dass ich schon mit leichten Magenschmerzen in die, von mir, nur zwei Minuten Fu\u00dfweg entfernte schmucke Rheinberger Stadthalle zur Bluesparty (darf sich jetzt \u00fcbrigens auch Niederrhein Blues-Festival nennen) gegangen bin. Zum einen angesichts des ziemlich hohen Arbeitsvolumens (CD-Reviews, Konzertberichte), das in Sounds Of South im Moment ansteht (am Abend zuvor hatten wir auch schon ein <a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/2016\/11\/05\/the-broadcast-04-11-2016-krefeld-kulturrampe-konzertbericht\/\">Konzert<\/a> besucht), zum anderen \u00a0wegen des angek\u00fcndigten Gesamt-Line-ups, das selbst mir, als Musikmensch mit recht gro\u00dfem Horizont, eher trotzdem fast als eine Art Wundert\u00fcte daherkam.<\/p>\n<p>Kollege Gernot war aber im Vorfeld der Meinung, dass wir als Magazin aus Rheinberg in jedem Fall berichten sollten, auch wenn unser Fokus dem Blues-Genre ja eigentlich nur indirekt verbunden ist. Da mir das letzte Festival, in seiner liebe- und m\u00fchevollen Aufmachung, mit charmanter Moderation und auch den damalig vertretenen Bands (u. a. <a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=Layla+Zoe\">Layla Zoe<\/a>) ganz gut gefallen hatte (es fehlten hier\u00a0eigentlich nur der B\u00fcrgermeister und mehr Zuschauer&#8230;), und dieser Event auch quasi die Initialz\u00fcndung f\u00fcr Gernots und meine toll funktionierende Zusammenarbeit gewesen war, lie\u00df ich mich dann doch darauf ein.<\/p>\n<p>Ich hatte im Gespr\u00e4ch bei und nach der letztj\u00e4hrigen Veranstaltung, sowie\u00a0neulich beim <a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/2016\/10\/23\/thorbjorn-risager-the-black-tornado-22-10-2016-schwarzer-adler-rheinberg-konzertbericht\/\">Risager<\/a>-Gig, Sami Durak \u00a0nahegelegt, beim Nachfolger deutlich fr\u00fcher und intensiver zu werben, als auch zumindest mal wenigstens ein richtiges Zugpferd zu verpflichten (z. B. <a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=King+King\">King King<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=Beth+Hart\">Beth Hart<\/a>\u00a0&#8211; die ist gerade in der N\u00e4he und macht die Tage die Essener Lichtburg mit 1200 Zuschauern mal locker alleine voll), das zum Einen minimum schon 400-500 Leute alleine zieht und auch zu sp\u00e4ter Stunde noch bei Laune halten kann. Zur Schonung des Budgets k\u00f6nnte man vielleicht dazu zwei u. U. (eher lokale) Acts mit k\u00fcrzeren Spielzeiten, die evtl. auch ein j\u00fcngeres Publikum mal ansprechen (falls das im Genre m\u00f6glich ist&#8230;), als Vorgruppen pr\u00e4sentieren. Vielleicht als Idee, die in der Berkastadt beliebten Zauberlehrlinge z. B. mal fragen, ob die nicht Lust h\u00e4tten, ein Blues (Rock)-Programm einzuspielen.<\/p>\n<p>Sami lie\u00df sich, nach meinem Eindruck, allerdings auch diesmal (ich hoffe, dass ich ihm nicht Unrecht tue) wieder, allen Unkenrufen zum Trotz, mehr von seinen pers\u00f6nlichen Pr\u00e4ferenzen leiten und gab dann zwar renommierten, aber doch, f\u00fcr solch eine lange Veranstaltung, eher schwierigen Interpreten den Vorzug.<\/p>\n<p>Die Halle wirkte\u00a0mit knapp 250 &#8211; max. 300 Leuten (w\u00fcrde ich mal sch\u00e4tzen, die Logen waren voll) zumindest anfangs trotz\u00a0gro\u00dfz\u00fcgiger L\u00fccken optisch einigerma\u00dfen bef\u00fcllt. Es waren jedenfalls ein paar mehr als bei der Vorveranstaltung.<\/p>\n<p>Den Einstieg machten &#8222;The Orange Whips&#8220;, eine Art Blues Brothers Revival Band, die zu schlecht klingendem Halb-Playback, ein paar Hits der Marke &#8222;Soul Man&#8220;, &#8222;Everybody Needs Somebody&#8220;, &#8222;Jailhouse Rock&#8220; oder &#8222;Gimme Some Lovin'&#8220; der ber\u00fchmten Br\u00fcder sangen und dazu ein paar Faxen machten. Mit viel Wohlwollen erhalten sie daf\u00fcr von uns das Pr\u00e4dikat &#8218;gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig&#8216;.<\/p>\n<p>Harp-Spezialist Big Pete, alias Pieter van der Pluijm\u00a0(daf\u00fcr aber ein eher schwacher S\u00e4nger) und seine Mannen\u00a0Sander Kooiman,\u00a0Erkan \u00d6zdemir sowie\u00a0dem kauzigen Drummer-Urgestein Willy\u00a0Maes, hatten ihre aktuelle Live-CD &#8222;Live At BluesNow!&#8220; im Gep\u00e4ck. Sie pr\u00e4sentierten den Blues in all seinen Facetten von retro\/traditional, groovig, slow bis rockig, wobei Petes Harp-Spiel und Kooimans ausgedehnte E-Soli im Vordergrund standen. Am Ende bewies\u00a0der, auf die Siebzig zugehende Maes mit einem Schlagzeug-Solo, seine immer noch vorhandene Vitalit\u00e4t. Insgesamt eine akzeptable Vorstellung f\u00fcr den gediegenen Blues-Freund (der ja meist eigentlich akademisch bewandert und demnach politisch der wilden und aufm\u00fcpfigen 68er-Generation zugeneigt ist, es aber in Sachen Musik gerne sch\u00f6n traditionell und \u00fcberschaubar hat&#8230;), aber auch eher eine Truppe f\u00fcr kleine rauchige Clubs.<\/p>\n<p>Mein o. a. metaphorisches Magengrummeln war\u00a0scheinbar in eine virale Form mutiert\u00a0und auf den bis dato flei\u00dfig fotografierenden Kollegen Gernot \u00fcbergegangen, der musste n\u00e4mlich\u00a0pl\u00f6tzlich aufgrund echter Probleme passen (Scherz beiseite, seine tats\u00e4chlich kranke Tochter schien ihn angesteckt zu haben) und das Festival vorzeitig verlassen. Zum Gl\u00fcck war sein Blues- und auch Foto-affiner Kumpel Joachim Hunke zur Stelle, der dann das Vergn\u00fcgen hatte, sich an\u00a0Gernots Multi-Objektiv-Equipment samt Kamera versuchen zu d\u00fcrfen. Vielen Dank hier f\u00fcr die spontane und unkonventionelle Mithilfe.<\/p>\n<p>Tom Vieth &amp; Co. spielten zwischenzeitlich wieder, wie zuletzt, in den Umbaupausen im Foyer.<\/p>\n<p>Diverse\u00a0Altersstufen h\u00f6her bewegte sich dann die n\u00e4chste Protagonistin, Janice Harrington, die mit Martin H\u00f6tte (guitar), Daniel Sok (keys), Frank Mellies (drums) und Jochen Eminger (bass), alias Still A Fool, eine kurzfristig zusammengestellte Begleitband, zur Seite hatte. Man konnte\u00a0erst tags zuvor mit dem\u00a0Proben beginnen. Die 74-j\u00e4hrige\u00a0pr\u00e4sentierte eigene Songs und Covernummern \u00a0wie &#8222;A Million Dollar Secret&#8220;, &#8222;Seven Days A\u00a0Week Man Blues&#8220;, &#8222;Magic&#8220;, &#8222;C.C. Rider&#8220; und als Zugabe den abgehangenen Schinken &#8222;Route 66&#8220;.<\/p>\n<p>Die vierfach-verheiratete Grand Dame erteilte dabei zwischendurch Lebensratschl\u00e4ge an die im Auditorium versammelte Damenschaft. Respekt aber f\u00fcr ihre Leistung in diesem Alter, auch wenn ich mir den Kommentar, dass sie wohl eher meinen 84 Lenze z\u00e4hlenden Vater begeistert h\u00e4tte, gegen\u00fcber Joachim nicht verkneifen konnte. Sein schlagfertiger Kommentar: &#8222;Wie, steht der etwa auf j\u00fcngere Frauen?&#8220;<\/p>\n<p>Die Halle hatte sich zu dem Zeitpunkt bereits merklich ausged\u00fcnnt. Nach einer weiteren Vieth-Performance war die B\u00fchne f\u00fcr den eigentlichen Star des Abends, Zed Mitchell (&amp; Special Guest) recht fix hergestellt, der seine Gitarrenk\u00fcnste ja bereits f\u00fcr Gr\u00f6\u00dfen wie u. a. Pink Floyd, Phil Collins (mit dem hatte Zed sogar ein wenig \u00c4hnlichkeit) oder Eros Ramazotti in den Dienst stellen durfte, allerdings als Solo-Interpret eher ein unbeschriebens Blatt ist.<\/p>\n<p>Es war dann klar der beste Act, seine Fingerfertigkeit an der E-Gitarre war schon beeindruckend. Auch sein mitspielender Sohn Ted, hat die F\u00e4higkeiten seines alten Herren weitervererbt bekommen und lie\u00df ebenfalls\u00a0das eine oder andere tolle Solo vom Stapel. Als Special Guest sorgte dann noch Tosho Todorovic von der Blues Company f\u00fcr weitere Gitarren-Power (fast im Dreier-typischen Southern-Stil) und besseren Lead-Gesang (&#8222;Everyday I Have The Blues&#8220;, &#8222;Cold Rain&#8220;, &#8222;Messin&#8216; With The Kid&#8220;) .<\/p>\n<p>Das Problem hier, beide Mitchells sind eher blasse Fronter\u00a0und auch keine\u00a0charismatischen Shouter, die ein Publikum mitrei\u00dfen k\u00f6nnen. Die Tracks aus Zeds\u00a0CDs wie &#8222;Game Is On&#8220;, &#8222;Autumn in Berlin&#8220; oder &#8222;Springtime in Paris&#8220; \u00a0waren trotz &#8218;Tristesse in Rheinberg&#8216; anspruchsvoll instrumentiert, aber fast ohne Widererkennungswert (mein Highlight war der grandiose Slow Blues &#8222;River Minus Water&#8220;), sodass am Ende vielleicht noch 50 Leutchen (inkl. Personal) ihrem Treiben bis zum Ende (ohne Zugabe) beiwohnten. Fand ich, ehrlich gesagt, egal wie einem der Abend gefiel, schon ein bisschen respektlos gegen\u00fcber diesem renommierten K\u00fcnstler und auch Sami Durak gegen\u00fcber, der ja viel Herzblut und Arbeit in dieses Projekt investiert hat.<\/p>\n<p>Dem blieb am Ende nicht viel mehr \u00fcbrig, als, wie ein bedr\u00f6ppelter Hund, die paar Verbliebenen (inkl. mir und Joachim) recht kleinlaut und sichtlich entt\u00e4uscht zu verabschieden.<\/p>\n<p>Fazit, die ungeschminkte Wahrheit lautet: Die Rheinberger Bluesparty ist in solchen Konstellationen und dieser Gr\u00f6\u00dfendimension nicht praktikabel. Man ist hier nicht in Pl\u00f6n am See, irgendwo in der norddeutschen Wallachei, sondern in einem Einzugsgebiet, wo vermutlich parallel 500 schnell zu ereichende kulturelle Konkurrenzveranstaltungen am gleichen Abend stattfinden.<\/p>\n<p>Hier m\u00fcssen einige Dinge grundlegend ge\u00e4ndert werden (siehe meine Anmerkungen oben), sonst macht das einfach keinen Sinn. Gut gemeint, ist halt leider auch nicht immer gut gemacht. Bei der n\u00e4chsten Veranstaltung muss es in allen Belangen, wie einst in den 90ern, krachen, oder man l\u00e4sst es besser wirklich ganz bleiben. Wirklich schade um die viele M\u00fche und den unbestrittenen Einsatz f\u00fcr die Sache, Sami Durak!<\/p>\n<p>Bilder: Gernot Mangold + Joachim Hunke<br \/>\nText: Daniel Daus<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.rheinberger-bluesparty.de\">Rheinberger Bluesparty<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich muss, ehrlich gesagt, gestehen, dass ich schon mit leichten Magenschmerzen in die, von mir, nur zwei Minuten Fu\u00dfweg entfernte schmucke Rheinberger Stadthalle zur Bluesparty (darf sich jetzt \u00fcbrigens auch Niederrhein Blues-Festival nennen) gegangen bin. 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