{"id":1045,"date":"2015-12-14T07:59:00","date_gmt":"2015-12-14T06:59:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hauptsachebizeps.de\/SoS\/?p=1045"},"modified":"2021-01-06T19:17:32","modified_gmt":"2021-01-06T18:17:32","slug":"shy-blakeman-long-distance-man-cd-review","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/2015\/12\/14\/shy-blakeman-long-distance-man-cd-review\/","title":{"rendered":"Shy Blakeman &#8211; Long Distance Man &#8211; CD-Review"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Shy.jpg\" \/><\/p>\n<p>Ich wei\u00df nicht, wie es unseren Lesern geht, aber bei mir pers\u00f6nlich gibt es Interpreten, die man schon nach wenigen T\u00f6nen in sein Herz geschlossen hat und die einen dann auch fortan mit weiter begleiten, sofern sie etwas neues auf den Markt bringen. So ging es mir mit Shy Blakeman, als ich sein herrliches Vorg\u00e4ngerwerk Southern Roots Revival zum ersten Mal im Player liegen hatte, das er zu dem Zeitpunkt noch mit der Whiskey Fever Band eingespielt hatte, einer Truppe mit u.a. seinem Vater Skip und zwei Onkeln, mit denen Shy viele Jahre zusammen getourt hatte.<\/p>\n<p>Die Whiskey Fever Band ist zun\u00e4chst mal Schnee von gestern, zumindest was sein neues Album &#8222;Long Distance Man&#8220; angeht, da hat er sich mit <a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=Shooter+Jennings\">Shooter Jennings<\/a>-Bassist Ted Russell Kemp zusammengetan, mit dem er mittlerweile richtig dick befreundet ist und der diese Scheibe produziert, viele Songs aus der eigenen Feder beigetragen und auch eine stattliche Anzahl von Instrumenten bedient hat. Ein wirklich gut harmonierendes Team!<\/p>\n<p>Blakeman hat f\u00fcr seine knapp drei\u00dfig Jahre schon eine recht bewegte Vergangenheit. Aufgewachsen in Nord-Kalifornien, zogen die Eltern nach Texas, als er vierzehn war. Mit Zwanzig lebte er kurz in Queens, New York und versuchte sich zun\u00e4chst in Stilen wie Punk, Ska und Funk Rock, bis er nach Texas zur\u00fcckkehrte und sich so langsam seiner wahren musikalischen Berufung n\u00e4herte.<\/p>\n<p>2006 nahm er an der vierten Staffel von &#8218;Nashville Star&#8216; teil und belegte einen respektablen neunten Platz, konnte daraus im Gegensatz zu Sieger Chris Young aber keinen kommerziellen Nutzen ziehen. Seine T\u00e4tigkeiten als DJ, Print-Model, professioneller Skater und seine Schussverletzungen im Gesicht, die er sich im Zuge eines Raubes, in den er zuf\u00e4llig vor einem Musikclub in Dallas involviert wurde, zuzog, dienen als weitere Randnotizen zu einer interessanten Pers\u00f6nlichkeit.<\/p>\n<p>Der er\u00f6ffnende Titelsong seines aktuellen Albums &#8222;Long Distance Man&#8220; l\u00e4sst dann den Southern-Liebhaber direkt frohlocken. Nachdem er die Refrainzeile laut im Alleingang kurz proklamiert hat, gesellen sich ein gluckerndes E-Piano und kurz plusternde Bl\u00e4ser rhythmisch hinzu, wie man es fr\u00fcher auch von <span style=\"color: #ff0000;\"><a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=J.J.+Cale\">J.J. Cale<\/a><\/span> des \u00d6fteren kannte, allerdings hier wesentlich kr\u00e4ftiger. Mit Hinzunahme der E-Gitarren (u.a. von Marc Ford\/Black Crowes und Kenny Vaughan gespielt) und den obligatorischen weiblichen Backing-Uuhs und -Aaahs der vorz\u00fcglich (auch im weiteren Verlauf der CD) harmoniesingenden Gia Ciambotti, sowie einer Orgel-\/E-Solo-Kombi ist das coole, dezent swampige Gebr\u00e4u perfekt.<\/p>\n<p>Ganz stark auch das folgende &#8222;So Many Honky Tonks&#8220; (\u00bb&#8230;so little time\u00ab &#8211; herrliche Gesangszeile!) bei dem beim E- und HT-Piano ein wenig Atlanta Rhythm Section-Feeling aufkommt. Surrende Slide Gitarren, klirrendes HT-Piano dominieren &#8222;Don&#8217;t It Make You Wanna Dance&#8220;, das phasenweise an die Quireboys erinnert. Lediglich &#8222;Dragon Fly&#8220;, bei dem Banjo, Dobro und Akustikgitarre eine tragende Rolle spielen, wird etwas auf die Bremse getreten, ein s\u00fcffiges Gemisch aus Country, Cajun und Deltablues mit Band Of Heathens-Flair. &#8222;Swamp Water Whiskey&#8220; (<span style=\"color: #ff0000;\"><a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=Lynyrd+Skynyrd\">Skynyrd<\/a><\/span>-\/Allman Brothers-Bez\u00fcge) und ein Cover der Warren Brothers (auch ein \u00e4u\u00dferst empfehlenswertes Duo!) &#8222;Quarter To Three&#8220; (mit Black Crowes-Touch) bringen satten, gitarrenbetonten Southern Rock. Klasse auch immer wieder das fette, poltrige Drumming von Jason Sutter.<\/p>\n<p>Im zweiten Part (die Trackliste auf der R\u00fcckseite ist \u00fcbrigens wie zu LP-Zeiten in A und B eingeteilt) kann Blakeman dem ersten, komplett \u00fcberragenden Teil nicht mehr so ganz Stand halten. Hier verzettelt er sich dann ein wenig darin, dass er zu viele unterschiedliche Stile, in den f\u00fcr sich genommenen, eigentlich trotzdem guten Songs, aufeinander folgen l\u00e4sst und den rot-(blau-wei\u00df)en Faden von zuvor ein wenig verliert.<\/p>\n<p>&#8222;Cannon Ball&#8220; geht in die Singer\/Sonwriter-Richtung (der Refrain mit seinem &#8218;Ladada-dadada&#8216; hat schon fast was von Simon &amp; Garfunkel), &#8222;Old Folks Blues&#8220; fr\u00f6nt sogar dem Dixieland Jazz (mit typischer Klarinette), &#8222;Easy Goin&#8216; Woman&#8220; bewegt sich auf der Americana-Welle der Pettys und Mellencamps dieser Welt. Lediglich bei &#8222;Livin&#8216; Proof&#8220; (Orgel\/Slidegitarren) und dem Willis Alan Ramsey-Song &#8222;Satin Sheets&#8220; (ich kenn das Lied nur von den legend\u00e4ren Bellamy Brothers) findet er wieder zu seinem swampigen Southern-Groove zur\u00fcck. Das finale &#8222;Save A Little Room&#8220; hat dann sowas wie folkigen Heartland-Charakter, hier lassen die Hooters gr\u00fc\u00dfen.<\/p>\n<p>Ingesamt ist &#8222;Long Distance Man&#8220; aber wieder ein gutes, eigenwilliges Werk (auch mit viel Retro-Flair) eines jungen Wilden der Southern-Szene. Das Digipack kommt mit einem eingesteckten Vierseiter mit diversen Infos zum Album. Die Song-Texte k\u00f6nnen auf seiner Homepage nachgelesen werden. Das Covertitelbild mit ihm als Rennfahrer-Sonnenbrillentragender Ken Hutch-Verschnitt am Steuer eines Oldtimers, wo er sich l\u00e4ssig nach dem Motto &#8218;Zu mir oder zu dir, Baby?&#8216; nach hinten dreht, ist visuell am\u00fcsant in Szene gesetzt. Eine junge, coole Socke dieser Shy Blakeman, dazu noch musikalisch hochbegabt!<\/p>\n<p><strong>Winding Road Music (2010)<\/strong><br \/>\n<strong> Stil:\u00a0 Southern Rock &amp; More<\/strong><\/p>\n<p>01. Long Distance Man<br \/>\n02. So Many Honky Tonks<br \/>\n03. Don&#8217;t It Make You Wanna Dance<br \/>\n04. Dragon Fly<br \/>\n05. Late Night Early Morning<br \/>\n06. Swamp Water Whiskey<br \/>\n07. A Quarter To Three<br \/>\n08. Cannon Ball<br \/>\n09. Old Folks Blues<br \/>\n10. Easy Goin&#8216; Woman<br \/>\n11. Livin&#8216; Proof<br \/>\n12. Satin Sheets<br \/>\n13. Save A Little Room<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.shyblakeman.com\">Shy Blakeman<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.facebook.com\/kristopherblakeman\">Shy Blakeman bei Facebook<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.baerchenrecords.de\">B\u00e4rchen Records<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich wei\u00df nicht, wie es unseren Lesern geht, aber bei mir pers\u00f6nlich gibt es Interpreten, die man schon nach wenigen T\u00f6nen in sein Herz geschlossen hat und die einen dann auch fortan mit weiter begleiten, sofern sie etwas neues auf den Markt bringen. 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