A Bowie Celebration – 20.01.2020, Zakk, Düsseldorf – Konzertbericht

Bowie_haupt

Die David Bowie „Alumni“-Tour wählte in diesem Jahr als Location in NRW das Zakk in Düsseldorf, welches etwas kleiner ist als die Kölner Kantine. Dies war eine kluge Entscheidung, da die angenehm gefüllte Halle nicht ausverkauft war, was allerdings hinsichtlich der hochkarätigen Musiker verwunderlich war. Das Line-up als auch das Programm hatte sich gegenüber dem Vorjahr verändert, so stand diesmal die „Diamond Dogs“-Platte im Vordergrund.

Neben Mastermind Mike Garson am Klavier und Piano, Carmine Rojas am Bass war noch Ex-Living Colour Sänger Corey Glover aus dem Vorjahr dabei. Als Gitarristen standen diesmal Kevin Armstrong (spielte unter anderem mit Bowie bei „Tin Machine“) und Gerry Leonard (spielte bei Bowie in „Heathen“, „Reality“ und „The Next Day“) in der Band, Alan Childs (tourte mit Bowie auf der „Glass Spider“-Tour) schwang die Drumsticks. Gesanglich wurde Corey Glover diesmal vom englischen Sänger und Songwriter Mr. Hudson und der Kanadierin Sass Jordan unterstützt, dass drei völlig unterschiedliche gesangliche Charaktere, den Songs die entsprechende und abwechslungsreiche Würze gaben.

Wie schon 2019 war der angekündigte Konzertbeginn auch der Start. Nachdem die Wartezeit mit Bowiesongs aus der Konserve verkürzt worden war, dunkelte sich die Halle ab, ein heller Spot erleuchtete ein Mikrofon mittig der Bühne und ein gesprochenes Intro „Future Legend“ vom Band waren eine passende Inszenierung zum Auftakt.

Mike Garson kündigte von vorne herein an, dass diesmal das „Diamond Dogs-Album im Vordergrund stehen würde, welches auch komplett durchgespielt wurde. Passend legte die Band auch mit dem Titelsong, gesungen von Corey Glover los, der sich gewohnt temperamentvoll, gekleidet mit einem kunterbunten Anzug, auf der Bühne austobte.

Durch die Performance der Band angesteckt ging das Publikum von Beginn an richtig mit, was mit Sicherheit auch einen Anteil an einem gelungenen Abend für alle Beteiligten hatte. Man konnte den Bowiemusikern jederzeit die Freude ansehen, die Songs zu präsentieren, wobei sich Leonard und Armstrong in der Leadgitarre abwechselten. Carmine Rojas und Alan Childs legten ganz unaufgeregt eine starke Rhythmusgrundlage und ließen in punkto Präsenz den anderen Musikern den Vortritt.

Mr. Hudson mit seinem roten Overall, glänzte mit seinen Gesangspassagen, die stimmlich denen Bowies sehr nahe kamen, während Sass Jordan mit ihrer raueen Stimmlage passend unter anderem „Rock’N‘ Roll With Me“ in ihrer ganz speziellen Art, rockend interpretierte.

Nachdem mit „Chant Of The Ever Circling Skeletal Family” das letzte Stück von “Diamond Dogs” ausgeklungen war, begann eine Zeitreise durch mehrere Jahrzehnte. Mr. Hudson schnappte sich eine akustische Gitarre und sorgte mit einer gelungenen Version von „Space Oddity“ für melancholische Momente, welche zum Ende hin aber durch brachiale Gitarrenriffs von Armstrong und Leonard durchbrochen wurden.

Sass Jordan am Mikrofon legte mit „Moonage Daydream“ direkt einen Kracher hinterher, dem Corey Glover das leicht funkig angehauchte „Young Americans“ folgen ließ. Mike Garson moderierte einige der Songs an, erzählte zum Teil auch etwas von der Entstehungsgeschichte und als er Erscheinungsdaten von 1973 nannte, wurde manch einem erst bewusst, welch lange Karriere Bowie hingelegt hatte und wie alt man mit dieser Musik selbst geworden ist. Garson, charmant wie er ist, beruhigte die Zuschauer damit, dass die meisten da ja noch gar nicht geboren wären.

Die Reaktion mancher Zuschauer, dass dies doch der Fall war, umschiffte er elegant damit, dass sie dann höchstens 3 Jahre alt waren. Überhaupt wurde einem an diesen Abend noch einmal klar, welche spielerischen Fähigkeiten Garson an den Tasteninstrumenten hat und dass er Bowie nicht umsonst in über 1000 Konzerten assistierte.

Nach Krachern wie „Ashes To Ashes“, „Panic In Detroit“, „Ziggy Stardust“ und „Suffragette City“ trug Mr. Hudson das hymnische „All The Young Dudes“ als zunächst letzten Track vor und die Band verließ die Bühne unter dem tosenden Applaus der Besucher. Jedem war klar, dass dies nicht das Ende gewesen sein konnte und so kamen nach kurzer Zeit Garson und Leonard alleine auf die Bühne.

Garson allerdings nur, um anzukündigen, dass Leonard nun allein „Loving The Alien“ und „Andy Warhol“ performen wird. Was dann folgte war ein furioser Auftritt Leonards, der seine Gitarre nach allen Regeln der Kunst im instrumentalen Teil von „Loving The Alien“ bearbeitete, um bei „Andy Warhol“ zu offerieren, dass er auch ein guter Sänger ist. Das folgende „Rock `n` Roll Suicide“ war dann das Einläuten eines furiosen Finales.

Garson beschrieb wie und unter welchen Umständen „Aladdin Sane“ aufgenommen wurde und dass Bowie ihn damals zu einem Klaviersolo in dem Song drängte. Nach einem kurzen Intro, gesanglich diesmal von Mr. Hudson unterstützt, entwickelte das Stück immer mehr Fahrt und endete in einem scheinbar endlosen Klavier- und Pianosolo, in das er einige Rockklassiker kurz eingebaut hatte, um im furiosen Finale, unter Standing Ovations der Fans im Freejazz zu landen.

Diesen für ihn musikalischen Freiraum nutzte Rojas, um sich unter die Zuschauer zu mischen und einige Bekannte zu begrüßen. Sichtbar dankbar nahm Garson den Applaus entgegen, um ganz kurz das Bowie-Lied anzukündigen, das wohl jeder kennt. Schon mit den ersten Tönen der Hymne „Heroes“ wurde das Zakk in ein sphärisches Licht getaucht, wobei die nun angestrahlte Diskokugel ihren Schein auf die gesamte Halle legte und dem Stück so etwas ganz Besonderes gab. Nach knapp 140 Minuten verabschiedeten sich die Musiker dann von der begeisterten textsicheren Audienz.

Dass diese Show etwas ganz Beeindruckendes für die Musiker war, konnte man auch daran erkennen, dass sich die Band, sichtlich gerührt, per Handschlag von den ersten Reihen verabschiedete.

Ein toller Konzertabend hatte so einen würdigen Abschluss gefunden und es bleibt zu hoffen, dass dieses Bandprojekt noch einen langen Zeitraum bestehen bleibt, um die Musik David Bowies authentisch live am Leben zu halten. Mein Dank geht an die Z Art Agency für die problemlose Akkreditierung und das nette Team im Zakk,

Line Up:
Mike Garson – Piano
Gerry Leonard – Guitar
Carmine Rojas – Bass
Kevin Armstrong – Guitar
Bernard Fowler – Vocals
Corey Glover – Vocals
Mr. Hudson – Vocals, acoustic guitar
Alan Childs – Drums
Sass Jordan – Vocals

Text und Bilder: Gernot Mangold

A Bowie Celebration
A Bowie Celebration bei Facebook
Zakk Düsseldorf

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.