New Nektar – 09.01.2020, Yard Club, Köln – Konzertbericht

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In den Ankündigungen für das Konzert war sichtlich von Nektar die Rede. Wenn man aber das letzte Album „Megalomania“ von 2018 sieht, fällt ins Auge, dass die Band sich nun mit New Nektar benennt. Dies mag auch sinnvoll erscheinen, da 2016 mit Roye Albrighton das letzte verbliebene Gründungsmitglied verstorben war.

Von der damaligen Besetzung, die sich in der fortlaufenden Historie immer wieder änderte, ist jetzt nur noch Keyboarder Klaus Henatsch im Boot, der eine schlagfertige Truppe formiert hat, die nicht nur das Erbe der in den 70er Jahren gegründeten Progrockband verwaltet, sondern sich auch mit neuen Songmaterial weiterentwickelt hat, was sich dann auch im Laufe des Konzertes zeigte.

Mit der akademischen Viertelstunde Verspätung begann die Band, in einem, für einen Donnerstag-Abend gut gefüllten Yardclub, vor einem auch altersmäßig bunt gemischten Publikum, mit dem psychedelischen „Tab In The Ocean“ vom gleichnamigen, 1972 erschienen Album, wo sich zunächst Henatsch an den Keyboards in den Vordergrund spielte, bevor der Rest der Band mit einstieg. Der Anfang des Konzertes war mit Songs wie „King Of The Twilight“ oder „Desolation Valley“ ohnehin der Frühphase von Nektar gewidmet, in der die Band auch in Amerika ihre erfolgreichste Zeit hatte.

Kennzeichnend waren die psychedelische Untermalung durch das Keyboard, eine zuweilen treibende Rhythmusarbeit durch Heike Nolden, bestens gelaunt und dauergrinsend, am Bass und Norbert „Panza“ Lehmann an den Drums, sowie zum Teil furiose Gitarrenpassagen von Alex Hoffmeister, der gesanglich von Helen Landzettel und Sandra Kawka im Background unterstützt wurde. Durch die Heterogenität der Stücke mit Rhythmuswechseln, in denen sich ruhige wie auch harte Parts abwechselten, fühlte man sich mehrfach an die frühen Genesis erinnert.

In der Mitte des Konzertes folgte mit „Dr Kool“ ein Lied, wo die Bearbeitung des Jugendwahns durch Botox kritisch hinterfragt wurde. Nektar zeichnete sich ohnehin von den Texten her schon zu Anfangszeiten, immer als sehr kritisch zu gesellschaftlichen Problemen.

Darauf folgte dann für mich mit dem rockigen „Megalomania“ eines der Highlights der Show, dem mit „Selling The World“, dem einzigen Track, bei dem Keyboarder Klaus Henatsch den Leadgesang übernahm und „Where Do We Go To“, noch weitere Stücke des 2018er Albums „Megalomania“. Hier offerierte die Band, dass es sich nicht um das Verwalten alter Songs geht, sondern dass New Nektar sich mit dem Wechsel des Personals weiterzuentwickeln gedenkt.

Zum Ende des Gig legte das Sextett mit „Remember The Future Part 2“ noch einmal ein Kracher hin, wobei man es verstand, das Einstiegsriff und das Schlagzeug zu „Child In Time“ zu nutzen, um dieses dann immer wieder durch wilde, an Jimmy Hendrix erinnernde Gitarrensoli zu durchbrechen.

Nach einer langen Version „Man In The Moon“ von 1980 verabschiedete sich das Kollektiv dann vom Publikum. Wissenswert ist, dass zu den Zeiten, als der Song geschrieben wurde, ein gewisser Carmine Rojas, der danach unter anderem bei David Bowie, Rod Stewart, Joe Bonamassa und Ryan McGarvey den Tieftöner bediente, Bestandteil der Band war.

Durch frenetischen Zugabeforderungen animiert, betrat die Band dann noch einmal für den Zugabeteil die Bühne und schloss das Konzert passend mit „Good Day“ ab.

New Nektar bewies an diesem Abend in etwa 2,5 Stunden, dass alle Bandmitglieder vor Spielfreude strotzen und dass sie mit dem gelungenen Songwriting einen Bogen gespannt haben, der die alteingesessenen Sympathisanten nicht vergisst, aber auch neue Fans hinzugewinnen möchte. Man darf neugierig sein, wie es mit der Band weitergeht, die spätestens 2016 nach dem Tod von Roye Albrighton, dem auch ein Song gewidmet war, vor dem Ende stand, aber durch die Beharrlichkeit von Klaus Henatsch, der mit Alex Hofmeister einen passenden Ersatz fand, wiederbelebt wurde.

Dass die Geschichte weitergeschrieben wird, scheint sicher zu sein, da man zu jedem Zeitpunkt merkte, wie die Bandmitglieder aus der positiven Resonanz der Besucher Energie zogen, welche sich dann in ihrer Spielfreude entlud.

Ein besonderer Dank geht neben New Nektar für den schönen Abend, an Markus Neu vom Yardclub, sowie Mike Mouser von On Stage Promotions, für die, wie immer problemlose Akkreditierung.

Line Up:
Alex Hoffmeister: Guitar, lead Vocals
Heike Nolden: bass, violin, vocals
Norbert „Panza“ Lehmann: drums, vocals
Klaus Henatsch: Keys, vocals
Helen Landzettel: Vocals
Sandra Kawka: Vocals

Text und Bilder: Gernot Mangold

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Yard Club Köln

3 Gedanken zu „New Nektar – 09.01.2020, Yard Club, Köln – Konzertbericht“

    1. Dear John, you’re not telling the truth here. 1stly: A tribute band plays only covers of an original band. We play even a lot our own songs from our new album in the sets. 2ndly: The Nektar name is registred for us here in Germany. Please take notice of this. BTW, I doubt you gave your real name here. Cheers from Germany – Klaus

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