The Liza Colby Sound – 13.04.2019, Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

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Seine Impressionen aus dem niederländischen Weert verband Jörg mit dem heißen Tipp, The Liza Colby Sound live zu erleben. Dieser Empfehlung sind Gernot und ich gerne gefolgt, zumal der Abschluss ihrer ersten Europa-Tournee die Band in unsere heimatliche Kulturrampe führte. Circa hundert weitere Besucher wollten sich die vorerst letzte Gelegenheit, Liza Colby und ihre Begleiter auf der Bühne zu sehen, nicht entgehen lassen. Der Rahmen für ein angemessenes Finale der Tour war also gegeben.

Markus „Pille“ Peerlings ließ es sich natürlich nicht nehmen, das Energiebündel aus New York persönlich anzukündigen. Zuvor erinnerte er in eigener Sache an den neu gegründeten Förderverein der Kulturrampe, der hilft das tolle Konzertangebot der Location zu ermöglichen.

Um 21:15 Uhr legte The Liza Colby Sound mit neuen Stücken los, die keinen Zweifel an dem weiteren Verlauf des Abends aufkommen ließen. Kräftig treibender Rock stand auf dem Programm, der Assoziationen zu den frühen Jefferson Airplane oder Led Zeppelin weckte. Liza Colby wird gelegentlich mit Tina Turner verglichen. Die Ähnlichkeiten beschränken sich jedoch eher auf Äußerlichkeiten, wie die Löwenmähne und die energische Art, sich in High Heels über die Bühne zu bewegen.

Vor allem die glänzenden Einlagen von Jay Shepard an der Gitarre nutzte die Sängerin mehrmals, um sich lasziv auf der Bühne zu rekeln. Temperamentvoll und ausdrucksstark – zumeist mit einem Tamburine bewaffnet – zeigte Liza Colby durchgängige Präsenz und zog in ihrer spärlichen Bekleidung die Blicke auf sich. Die Musik hätte es dabei gar nicht nötig, dass durch gewagte Bühnenoutfits von ihr abgelenkt wird.

Der Beginn des Konzerts stand ganz im Zeichen des neuen Tonträgers „Object To Impossible Destination“, der fast komplett vorgestellt wurde. Das Album erscheint offiziell erst im Juli, aber die Band hatte bereits einige Pressungen im Gepäck. Auf die ineinander gespielten „Cool Hand“ und „Creep On“ folgten „Try Me“ und „Young Girl“. Nach einer knappen halben Stunde, bei der kaum Zeit zum Luftholen blieb, richtete die Bandleaderin einige Worte an das Publikum.

Im Mittelteil griff die Band auf Stücke ihrer EP „Draw“ und ihrer Live-EP zurück. Dabei wurden auch einzelne langsamere Titel eingestreut, wobei die Songs meist komplexe Spannungsbögen aufbauten und schließlich doch einen deutlichen Rockeinschlag der härteren Art bekamen. So war „Codine“ einer der hervorragenden Titel des Konzerts.

Bei „White Light“ gestaltete Alec Morton am Bass das Intro. Charles P. Roth gab seine Künste am Schlagzeug in einem mehrminütigen Solo zum Besten. Er bearbeitete ausgiebig alle zu Verfügung stehenden Felle und Becken, was ihm tosenden Applaus einbrachte, zumal er das Publikum zur gesanglichen Begleitung seines Intermezzos einlud. Die Rhythmusgruppe begleitete durchweg souverän die Performance von Colby und bildete den Hintergrund für die vielen Soli von Jay Shepard. Der zeigte an seiner Gitarre, dass er sowohl filigrane Töne als auch deftige Rückkopplungen in seinem Repertoire hat.

Von Videos bekannt fügten sich „Cryin“ und das starke „Thunder Rolling“ nahtlos in die Vorstellung ein. Der neue Titel „Shake You“ stellte für mich einen der Höhepunkte des Auftritts dar. Bei ihm stieg Liza Colby von der Bühne runter und mischte die Menge hautnah auf.

Zum Ende des Konzerts stellte die Sängerin zunehmend Kontakt zum Publikum her, indem sie zum Mitklatschen animierte oder einen Wechselgesang mit ihm anstimmte. Mit „Eye On You“, das wohl die erste Single des neuen Albums wird, ging das Hauptset zu Ende. Nach der Zugabe „Oh Baby“ verabschiedete sich die Band nach 85 energiegeladenen Minuten.

Nach dem Auftritt nahmen sich die sympathischen Bandmitglieder viel Zeit für die alten und neuen Fans. Da ich die in den Startlöchern stehende CD noch nicht kannte, half mir Jay Shepard bei der Zuordnung der Titel zur Setlist. Dort erfuhr ich auch, dass die Band im Oktober wohl wieder den Sprung über den Atlantik machen wird. Wer jetzt The Liza Colby Sound verpasst hat, erhält im Herbst eine neue Chance. Also: Augen und Ohren offenhalten!

Line-Up:
Liza Colby (vocals, tambourine)
Jay Shepard (guitar, vocals)
Alec Morton (bass)
Charles P. Roth (drums, vocals)

Text: Michael Segets
Bilder: Gernot Mangold

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