Rival Sons – Feral Roots – CD-Review

RS_300

Review: Gernot Mangold

Die 2008 gegründete Band aus Long Beach, Kalifornien veröffentlicht mit „Feral Roots“ bei Atlantic Records ihr mittlerweile 5. Studioalbum, zudem noch ein Werk aus der Frühphase der Band kommt, welches allerdings nur online heruntergeladen werden konnte.

Ich selbst hatte erstmals Berührungspunkte vor etwa drei Jahren, als die Band ein ganz starkes Konzert im Vorprogramm von Deep Purple hinlegte. Stilistisch steht Hard Rock im Vordergrund, wobei immer wieder Elemente aus Blues, Southern Rock und teilweise Grunge eingestreut werden.

Zum Einstieg in das neue Werk ertönen zunächst Gitarrenriffs mit Wiedererkennungswert, die an Led Zeppelin erinnern. Im Gegensatz zum Titel „Do Your Worst“ wird direkt ein klasse Opener hingelegt, der gradlinigen gitarrenorientierter Hard Rock ohne Schnickschnack und charismatischem Gesang offeriert. Gut dosierte Schlagzeugparts und ein klar definierter Bass runden diesen Song eindrucksvoll ab.

Im folgendem „Sugar On The Bone“ wird der nun etwas basslastigere Gitarrensound durch Keyboardklänge etwas aufgehellt. Der Rhythmus geht zuweilen in Richtung härtere CCR.

Das fulminant rockende „Back In The Woods“ mit bluesigen Einschlägen im Refrain lässt genug Platz für kurze Gitarrensoli und zum Teil rasantes Schlagzeugspiel. Schön ist auch der zeitweise zweistimmige Gesang, bei dem Leadsänger Jay Buchanan von schreiend über melodisch singend bis hin zu klagend, viele Gesangsvarianten liefert.

„Look Away“ entführt einen zu Beginn stimmungsmäßig zunächst in den Orient, um nach diesem Intermezzo, einen etwas ruhigeren Hard Rocktrack hinzulegen, wobei man von einer Ballade allerdings meilenweit entfernt ist. Melodiöses Gitarrenspiel von Scott Holiday prägt das Stück und auch Buchanan passt seine Stimme dementsprechend an.

Im Titelsong „Feral Roots“ geht es zunächst nun fast im Southernstil ruhig weiter, wobei immer wieder schöne, aber meist im Midtempo gespielte, an Jimmy Page reminiszierende Gitarrenpassagen, dem Song schon fast etwas mystisches geben.

Bei „Too Bad“ steht der Hard Rock wieder im Vordergrund und es wird klar, warum vor Jahren Rival Sons als Opener für Deep Purple fungierten. Mittlerweile darf man die Band mindestens in der gleichen Liga der damaligen Rockgrößen einordnen.

Überraschend souliger Rock dominiert bei „Stood By Me“. Ein durchaus radiotauglicher tanzbarer Song, mit starkem Gesang und Gitarrenriffs, mit dezentem Woodstockfeeling. Ähnlich geht es mit „Imperial Joy“ weiter, das zudem einige Southern-Elemente integriert.

Mit „All Directions“ schwenken die Rival Sons zunächst in balladeske Gefilde, um in der zweiten Hälfte eine psychedelische Gitarren- und Keyboardorgie zu entfachen. Nach dieser eher bedächtigeren Phase wird es bei „End Forever“ wieder etwas rockiger, wobei sich ruhigere und rasante Passagen im Wechsel ablösen.

Den Abschluss macht das fast episch-hymnisch daherkommende „Shooting Stars“. Starker, oft mehrstimmiger Gesang, akustische und in den Soli elektrische Gitarren kleiden den Song ein, bei dem auf Konzerten mit Sicherheit die Feuerzeuge oder die Handys mit Taschenlampenfunktion zum Einsatz kommen werden.

Den Rival Sons ist mit „Feral Roots“ ein ganz starker hart rockender neuer Longplayer gelungen, der Lust auf den Besuch eines der Konzerte macht, die in den nächsten Monaten auch in Deutschland stattfinden werden. Mit dem neuen Material und den bisherigen Erfahrungen bei mehreren ihrer Auftritte in den letzten Jahren ist Großes zu erwarten, da die Rival Sons schon in der Vergangenheit bewiesen haben, dass sie ihre Studiosongs entsprechend stark, live transportieren können.

Atlantic Records (2019)
Stil: Rock

01. Do Your Worst
02. Sugar On The Bone
03. Back In The Woods
04. Look Away
05. Feral Roots
06. Too Bad
07. Stood By Me
08. Imperial Joy
09. All Directions
10. End Of Forever
11. Shooting Stars

Rival Sons
Rival Sons bei Facebook
Oktober Promotion

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.