Demon’s Eye – 05.10.2018, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

100A0604-BearbDem_haupt

Auf ihrer „Anniversary in Purple“-Tour 2018 machten Demon’s Eye auch Station im Musiktheater Piano in Dortmund. Dabei ist die jetzige Tour, wie von Fronter Daniele Gelsomino zu Beginn angekündigt etwas Besonderes. Es gibt mehrere Jubiläen zu feiern, wofür das schöne, restlos ausverkaufte Musiktheater Piano, das entsprechende Ambiente bot: Das 50-jährige Bestehen von Deep Purple, das 20-jährige Jubiläum von Demon’s Eye und 10 Jahre in denen Doogie White, von 1994 – 1997 Sänger von Rainbow, immer wieder als Gastmusiker dazustößt.

Pünktlich um 20:30 Uhr betraten die Musiker unter epischen Hammondorgelklängen vom Band, stilgerecht für eine Deep Purple- Coverband die Bühne und nahmen die Fans mit auf eine Zeitreise in die Vergangenheit zweier der bedeutendsten Hardrockbands. Der erste Set war alleine Deep Purple gewidmet, und begann mit dem Kracher „Highway Star“, welcher das Publikum direkt mitriss und eine Stimmung im Piano erzeugte, die über das gesamte Konzert nicht mehr abebben sollte.

Daniele Gelsomino bewies schon in diesem Song, dass er stimmlich den Originalen zu deren Glanzzeiten in nichts nachsteht, was oft einer der Knackpunkte von Coverbands ist. Mark Zyk bearbeitete seine Gitarre zum Teil mit eigenwilligen Spieltechniken, sodass insbesondere bei Improvisationsparts den Songs eine eigene Note gegeben wurde. Sein Wirken beeindruckte vor Jahren auch den mittlerweile verstorbenen Jon Lord, den Magier an der Hammondorgel. Lord lud Zyk 2010 ein im „Concertos for Group and Orchestra“ mit dem Royal Liverpool Philharmonic Orchestra zu partizipieren.

Brillant waren auch mehrere Gefechte, die Mark sich mit dem Orgelspieler Gert-Jan Naus lieferte, dem seine klassische Klavierausbildung bei der Interpretation der Purple-Klassiker zugute kam. Die Grundlage für den fetten Sound legte an diesem Abend die Rhythmusfraktion mit Maik Keller am Bass und Andree Schneider an den Drums, denen, wie auch den anderen Mitstreitern, jederzeit die Freude, beim Performen, anzusehen war. Beide zeichneten sich sowohl durch treibendes als auch virtuose Einlagen aus.

Weiter ging es mit dem Song, welcher der Band den Namen gibt; „Demon’s Eye“, vom 71er Deep Purple-Album „Fireball“. Er war dabei fast als Intro des Klassikers „Space Truckin`“ zu sehen, der auch Bestandteil des legendären Livealbums „Made In Japan“ war. dessen Tracks zum Großteil auch dieses Konzert dominierten. Besonders hervorzuheben im ersten Set war insbesonders eine ‚Extended Version‘ von „Child In Time“. Ich habe stimmlich seit 1986 wenig besseres, explit bei den schreienden Sequenzen von dieser Purple-Hymne in Erinnerung.

Aber auch das stark präsentierte „Hush“ sowie „Enya“, eines der Stücke auf dem letzten Album mit Richi Blackmoore, wussten zu überzeugen. Im Intro von „Enya“ hatte ich dabei irgendwie den Beginn des Eagles-Klassikers „Hotel California“ mit in den Ohren. Ob bewusst oder unbewusst, auf jedem Fall eine tolle Interpretation des Stückes mit genügend Platz für die Musiker, sich auszutoben und ihre spielerischen Künste zu zeigen.

Besonders Gitarrist Mark Zyk konnte immer wieder mit Posen, Verrenkungen beim Spiel und teilweise stakkato-ähnlichen Saitenanschlägen begeistern. Nach etwa 60 Minuten war das erste Set in eine rasante begeisternde Zeitreise beendet und Daniele Gelsomino kündigte an, nach einer etwa 15 minütigen Pause für einen Schotten Platz zu machen.

Als die Instrumentalisten unter dem Applaus der Zuschauer zurückkamen, setzte ein kurzes Intro ein, in dem unter dem Jubel der Fans Doogie White die Bühne betrat. Jetzt war erst einmal Rainbow- Time angesagt und die Anwesenden bekamen Songs einer weiteren Hardrocklegende zu hören. White war förmlich anzumerken, mit welchem Spaß er die Songs der Band sang, deren Bestandteil er selbst mehrere Jahre war. Besonders in Erinnerung blieben dabei „Kill The King“, „Far Over The Rainbow“ (vom Demon`s Eye Album mit Doogie White „The Stranger Within“) und nicht zuletzt ein Song, der das Gefühl des Abends bestens ausdrückte: Eine rasante Version von „Long Life Rock`n`Roll“, der auch die Fans zum mitsingen animierte.

Nach einigen Liedern holte White auch Daniele Gelsomino zurück auf die Bühne, nicht ohne ihn mit Lob für seine gesanglichen Fähigkeiten zu überschütten. Von nun an zündete die Band noch einmal ein Feuerwerk an Deep Purple-Klassikern, wobei sich die beiden Sänger auch in den Songs abwechselten, was diesen wiederum einen ganz eigenen Charakter gab. „Perfect Strangers“ mit dem markanten Orgelintro machte den Beginn und es reihten sich eine starke Version von „Mistreated“, ein Medley mit „Black Night“, „Smoke On The Water“ sowie „Woman From Tokyo“, passend wie ein Kettenglied in das andere, ein.

Nach knapp zwei Stunden Spielzeit verließen die Musiker unter begeisternden Klatschen und frenetischen Zugaberufen die Bühne, um diese nur wenig später wieder zu entern. Nach „Stormbringer“ kam zum Abschluss eine Hammerversion von „Burn“. Obligatorisch sich in den Armen liegend, wurde sich vom begeisterten Publikum im Piano verabschiedet.

Sichtlich beeindruckt von weiteren Zugabeforderungen betrat die Band nochmals die Bretter, um nun mit Sänger Doogie White einen grandiosen Schlusspunkt unter einen Abend zu setzen, der sowohl den Musikern wie auch dem Publikum in angenehmer Erinnerung bleiben wird. Die epische Hardrockballade „The Temple Of The King“ von Rainbow widmete White verstorbenen Musikern aus dem Hardrockgenre um Deep Purple und Rainbow, wobei die Audienz immer wieder als Backgroundchor glänzen konnte. Diese beendete dann endgültig einen fantastischen Hardrockabend im Dortmunder Piano – Long Life Rock`n`Roll!

Man kann über Coverbands denken was man will, aber Demon’s Eye haben den Hits von Deep Purple wieder frisches Leben eingehaucht und somit einen Anteil, dass diese Form des Hardrocks weiterlebt und nicht in Vergessenheit gerät. Alle Bandmitglieder wussten mit spielerischen Können restlos zu überzeugen und ließen es sich nicht nehmen, den Nummern eigene Nuancen zu geben und sich so von vielen anderen Truppen dieser Sorte abzugrenzen.

Ein besonderer Dank geht wieder an das freundliche Piano-Team um Jenny Dore und Thomas Falke, die es immer wieder schaffen, tolle Acts in den Dortmunder Westen zu holen und heute zum Dank mit einer vollen Hütte belohnt wurden. Dies freute Thomas Falke, wie er in einem Gespräch zum Ausdruck brachte, auch besonders für Demon’s Eye. Angesichts der Begeisterung kündigten diese bereits an, nächstes Jahr wiederzukommen.

Wer auf die Dynamik der „alten“ Purple steht, sollte sich diesen Termin, wenn er zu Stande kommen sollte, im Kalender notieren – es wird sich lohnen!

Line-up:
Daniele Gelsomino (lead vocals)
Mark Zyk (guitars)
Gert-Jan Naus (keys)
Maik Keller (bass)
Andree Schneider (drums)

Special guest:
Doogie White (lead vocals)

Text und Bilder: Gernot Mangold

Demon’s Eye
Demon’s Eye bei Facebook
Musiktheater Piano
3Dog Entertainment

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.