Jesper Binzer – 11.05.2018, Essen, Turock – Konzertbericht

Binzer-Haupt

Schon vor Einlass hatten viel Rockmusikliebhaber, von denen viele D-A-D Shirts trugen, die ums Turock angesiedelten Biergärten bereits gefüllt. Unter ihnen, genossen Jesper Binzer mit Band und den Supportern Gus G. den herrlichen frühsommerlichen, mediterran anmutenden Abend am Viehofer Platz, um sich kurz vor Einlass nach und nach ins Turock zu begeben.

Nach dem Support Gus G. und einer relativ kurzen Umbaupause erschien zunächst die Begleitband von Jesper Binzer, um mit einem furiosen Intro, um die Show ihres Fronters einzuleiten. Dieser betrat mit einer braunen Fransenlederjacke im Cowboystil, zunächst ohne Gitarre, unter frenetischen Applaus der in großer Zahl als D-A-D Fans erkennbaren Fans, die Bühne. Vorweggenommen, wurden die, welche ein D-A-D-Konzert erwarteten, vermutlich enttäuscht. Jesper spielte nicht einen der vielen D-A-D-Klassiker, sondern ein Solokonzert der Extraklasse, in dem er komplett sein aktuelles Album “Dying Is Easy (Rock’n’Roll Is Hard)” präsentierte.

Der den Auftakt markierende Titesong gab dann auch direkt vor, was die Besucher erwartete. Ein Hard Rock-Konzert, in welchem aber auch genügend Country- oder Americana- beeinflusste Songs ihren Platz fanden. Hard-rockend ging es mit “The Space She’s In” weiter, wobei Soren Andersen an der Lead-Gitarre wiederholt seine Soli präsentierte, während Christian Hede Madsen die rhytmische Basis an der zweiten Gitarre legte. Stark auch die Sektion um den bärtigen Drummer Jakob Ronlov, dessen Konterfei in Skelettform die Bassdrum zierte und den Bassisten Andets Borre Mathiesen.

Zu “Planet Blue” griff sich Binzer, dann seine akustische Gitarre und nahm etwas Tempo aus dem bis dahin harten Treiben, um bei “Real Love” sogar einen Song mit Country- Einschlag nachzulegen. Zu fast jedem Song erzählte Binzer etwas zur Entstehung. Dies tat er auf eine erfrischende Art und Weise zum Teil in gebrochenen Deutsch, immer wieder mit einem Schuss Selbstironie. Starkes Entertainment!

Ruhig ging es weiter mit “Rock On Rock On Rock” und bei “I See It In You” nahm sich auch Andersen eine akustische Klampfe, setzte sich auf einen Barhocker und die Band legte einen Americana-Song erster Güte hin. Mit “Undecided” wurde wieder etwas Fahrt aufgenommen und bei “Saint Fantasia” wurde das Publikum mit leicht folkigen Einschlag, wie Jesper es nannte, interaktiv zum Klatschen eingebunden.

Beim psychedelisch angehauchten, “The Bumpy Road” legte Binzer seine Gitarre beiseite und hauchte den Text zum Teil dahin. Danach folgte mit “Tell Myself To Be Kind” ein absoluter Hard Rock-Kracher, im Blitzlichtgewitter des, zum Teil, in absoluten Nebel gehüllten Turocks, wobei ein Gitarren-Solo das andere jagte. “The Future Is Now” einer meiner Favoriten des Albums, der auch viel über die positive Lebenseinstellung Binzers aussagt, beendete zunächst das Konzert mit frenetischen Applaus und folgenden Zugabe-Einforderungen.

Jesper und Co. legten mit den rockigen “Dream Big” und “Wild Child”noch zwei starke Rausschmeißer nach. Wobei letzteres Binzer, wie er in seiner Ansage beschrieb, besonders am Herzen lag, da es ein Cover-Song der Dänischen Band Savage Rose war, deren Musik wichtiger Bestandteil seiner Jugend war.

90 kurzweilige Minuten waren wie im Rausch vergangen, und Jesper Binzer bewies, mit zum Teil sehr emotionalen Songs, dass er auch ohne D-A-D-Songs, deren Sympathisanten sowie auch andere herkömmliche Rockfans begeistern kann. Absolute Konzert- und Plattenempfehlung (diese ist auch als farbige Sonderedition zu haben)!

Wem Jesper Binzer alleine nicht reicht, der kann ihn im Laufe des Jahres noch bei einigen Festivals, dann in gewohnter Umgebung mit D-A-D, erleben. Noch einmal mein Dank an Jörg Düsedau, für die Akkreditierung, das wirklich nette Team im Turock als auch den Sound- und Lichtmischer von Jesper, der mir im Nachgang noch einiges über die Tour und die Entstehung des Albums erzählte.

Line-up:
Jesper Binzer (lead vocals, acoustic guitar)
Soren Andersen (lead guitar)
Christian Hede Madsen (guitar)
Anders Borre Mathiesen (bass)
Jakob Ronlov (drums)

Text und Bilder: Gernot Mangold

D-A-D/Jesper Binzer
Jesper Binzer bei Facebook
Turock Essen

Ein Gedanke zu „Jesper Binzer – 11.05.2018, Essen, Turock – Konzertbericht“

  1. zengoth sayZ: Yeee: The Future Is Now: Jesper Binzer & Band Rules !! And Gus G was an Xxcellnt Support ! __ Subatomaric Paraloadin Vz Brainpeeelin __ -:)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.